Hilfe auf zwei Stockwerken

Lebensräume ziehen in neues Gebäude

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Trotz der Hitze kommen viele Gäste zur Einweihung der neuen Tagesstätte der Lebensräume. In der Einrichtung werden Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen betreut.

Offenbach - Die Arbeitssachen sind hinter großen weißen Schiebetüren verstaut. Davor stehen lange ebenfalls weiße Tische mit schwarzen Stühlen. Die kreisrunden Lampen wurden in die Decke eingelassen. Von Yvonne Fitzenberger

Stolz präsentieren die Mitarbeiter die Stiftung „Lebensräume“, in der Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen betreut werden, gestern bei der Eröffnungsfeier die neuen Räumlichkeiten der Tagesstätte in der Darmstädter Straße 16. Der Umzug war dringend nötig, erläutert Betriebsleiterin Mieke Steilberg: „Es war zu eng an der Luisenstraße.“ Auch in Hinblick darauf, dass die Einrichtung erfolgreich beantragte, die Betreuungsplätze von 34 auf 46 aufzustocken. „Parallel zum Antrag auf weitere zwölf Plätze haben wir angefangen, ein neues Gebäude zu suchen“, erinnert sich Steilberg.

Das 1905 gebaute Gebäude stand zu der Zeit bereits eine Weile leer. „Eigentlich wollten wir es verkaufen“, erzählt Klaus Niewöhner-Pape, Geschäftsführer der Eigentümergesellschaft Industria. Eine Sanierung der Hausnummer 16 wäre aus wirtschaftlicher Sicht nicht rentabel gewesen. Aber die Stiftungsmitarbeiter überzeugten das Wirtschaftsunternehmen von ihrer Arbeit.

Es dauerte jedoch länger als geplant – mit einem Jahr Verzögerung – bis nun die Tagesstätte in das neue Gebäude an der Darmstädter Straße umziehen konnte. „Das Gebäude wurde sehr aufwendig saniert, das dauert bei dem Alter“, sagt Steilberg. Mehr als 400.000 Euro brachte der Eigentümer für die Renovierung auf. „Das ist zum Teil durch die Miete gedeckt“, erläutert Niewöhner-Pape.

Dabei versuchten Eigentümer und Architekten auf die Wünsche und Bedürfnisse der Stiftung und ihrer Besucher einzugehen. Besonders stolz ist Steilberg dabei auf die große Küche: „Hier können wir mit den Besuchern gemeinsam kochen.“ Die Arbeits- und Aufenthaltsräume sind ebenfalls größer und heller. „Das sind zwar nur zwei Stockwerke, aber insgesamt mehr Quadratmeter“, betont die Betriebsleiterin. Das Gebäude ist nahezu barrierefrei und es wurde ein Aufzug integriert.

Auch die Besucher der Einrichtung – also diejenigen, die das Angebot der Tagesstätte wahrnehmen – sind begeistert von den neuen Räumen. Die Besuchersprecher finden, dass das neue Gebäude „größer und stressfreier“, eben besser sei. Dort können sie auch effektiver ihrer Aufgaben nachkommen: Ideen sammeln, Probleme lösen und diese in regelmäßigen Treffen mit den Leitern der Lebensräume vorstellen.

Die neue Tagesstätte solle laut dem Vorstandsvorsitzenden Christoph Wutz als Vorbild für die Weiterentwicklung der Stiftung dienen. „Es ist ein Symbol für das, wofür Lebensräume steht“, sagt er. Es solle der Anspruch erhalten bleiben, weiter auf diesem Niveau – eine beispielhafte Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Akteuren – weiter zu arbeiten.

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