Hilferufe legten Leitstelle lahm

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Auf der Bieberer Straße, am Markthäuschen (Foto) sowie am Kaiserleikreisel stand das Wasser teilweise kniehoch und legte den Verkehr lahm.

Offenbach - (siw) Mit 200 Meldungen und 143 Einsätzen gehört das Unwetter vom Montagabend zu den größten Herausforderungen der Feuerwehr Offenbach seit gut 15 Jahren. Die Mitarbeiter von Berufsfeuerwehr, Technischem Hilfswerk, Arbeiter-Samariter-Bund und der Freiwilligen Wehren aus Stadt und Kreis haben extrem anstrengende Stunden hinter sich. +++Fotostrecke+++

Das Gewitter mit Stark regen ist am Montag um kurz nach 20 Uhr langsam über Offenbach gezogen. Während viele Offenbacher hinter Fenstern das Unwetter bestaunen, künden Martinshörner von arbeitsreichen Stunden: Im Süden der Stadt sowie in der Mainstraße und im Kaiserleikreisel stehen die Straßen teils kniehoch unter Wasser, kaum weniger Regen stürzt im Nordend vom dunklen Himmel.

Land unter: Selten geht der Regen in Offenbach so heftig runter wie am Montagabend. Die vom Deutschen Wetterdienst gemessenen 25 Liter Wasser, die pro Quadratmeter innerhalb kurzer Zeit niedergingen, waren die Ursache stark überfluteter Straßen.

Was viele ahnen, bestätigen gestern die Experten: Beim Messpunkt am Wetterpark des Deutschen Wetterdienstes wurden zwischen 19 und 21 Uhr 25   Liter Wasser pro Quadratmeter gemessen. Wie Meteorologin Christina Speicher erläutert, sei eine solch große Regenmenge in Offenbach relativ selten. „Das gibt es höchstens ein- bis zweimal im Jahr.“
In verschiedenen Straßen werden am Montag die Kanaldeckel hochgedrückt. Viele Fahrzeuge bleiben im Wasser liegen, Insassen sind in ihren Autos gefangen. Kaum vorstellbar: Die Feuerwehr befreit an der Mainstraße mehrere Personen aus ihren Fahrzeugen. Die Notruf leitungen sind 20 Uhr überlastet, so dass die Leitstelle erst mit erheblicher Verzögerung erreichbar ist.

Bilder vom Unwetter

Unwetter in Offenbach

Insgesamt sind bis gestern Morgen gegen 6 Uhr 175 Mitarbeiter im Einsatz. Die größtenteils ehrenamtlichen Kräfte werden nach und nach heimgeschickt: Schließlich werden viele von ihnen am Morgen wieder am Arbeitsplatz erwartet.

Die Fußgänger-Unterführung am Kaiserleikreisel wurde kräftig gespeist und wäre eine ideale Trainingsstrecke für Kanuten gewesen. Da konnte die Feuerwehr nicht mal lächeln; sie hatte gestern noch bis zum Mittag zu tun.

Von Ruhe kann allerdings keine Rede sein: Ab 7 Uhr gehen gestern in der Feuerwehr-Leitfunkstelle weitere Hilferufe von Bürgern ein, die den Wasserschaden erst bei Tagesanbruch oder Arbeitsbeginn entdecken. Auch in städtischen Gebäuden haben Hausmeister und Mitarbeiter alle Hände voll zu tun. Regina Preis fasst für die Gebäudemanagement GmbH die Schäden zusammen: Am stärksten erwischt es wohl die Sporthalle der Edith-Stein-Schule, dort dringt Wasser übers Flachdach und bildet große Lachen - ebenso an der Mathildenschule. Im Stadthaus wird Abwasser aus den Leitungen gedrückt, Keller stehen an der Rudolf-Koch-Schule, den Gewerblich-Technischen-Schulen sowie an der Leibnizschule unter Wasser.

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