Mit Hitze steigt Kriminalität

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Wenn richtig viel los ist, trübt nicht allein Platzmangel den Badespaß auf der Rosenhöhe. Mit den Temperaturen steigt auch die Anzahl jener, die es etwa auf den Inhalt der Schließfächer oder auf Fahrräder abgesehen haben.

Offenbach ‐ Aufgebrochene Schließfächer, zerschnittene Zäune, Schlägereien, Fahrradklau: Mit den Temperaturen steigt im Waldschwimmbad auf der Rosenhöhe auch die Kriminalität. Die das nasse Vergnügen trübenden Begleiterscheinungen zwingen den EOSC, Betreiber des einzigen Offenbacher Schwimmbads, zum Handeln. Von Matthias Dahmer

„Wir denken darüber nach, auch tagsüber einen privaten Sicherheitsdienst zu installieren“, sagt Vereinsvorsitzender Dieter Levi-Wach. Doch das ist einfacher gesagt als getan. Denn diese Sicherheit muss bezahlt werden. Weshalb Levi-Wach in dieser Woche einen Gesprächstermin im Rathaus anpeilt. Was er jetzt schon weiß: Die Stadtpolizei hat bereits abgewunken. Zur Überwachung des Bades seien die Hipos personell nicht in der Lage, wurde dem EOSC-Chef bedeutet.

Jürgen Weil, Leiter des städtischen Sportbüros, taucht bei dem Thema nicht unbedingt ab, gibt sich aber bei von der Stadt zu finanzierendem Sicherheitspersonal vorsichtig. Das Lob für die engagierte EOSC-Spitze verbindet er mit dem Hinweis, der Verein bekomme mit jährlich 400.000 Euro schon eine recht hohe Summe von der Stadt. Weitere Möglichkeiten für mehr Sicherheit müssten im Gespräch ausgelotet werden. Weil könnte sich vorstellen, dass vielleicht schon Überwachungskameras in Kombination mit verstärkten Streifenfahrten der Polizei ausreichen.

Die Ordnungshüter, sagt Polizeisprecher Henry Faltin, haben ohnehin während der Sommersaison verstärkt das Bad im Blick. Die Anzahl der dort registrierten Straftaten sei nun mal temperaturabhängig. Das stelle man nicht nur im Offenbacher Schwimmbad fest. Grundsätzlich, formuliert der Polizeisprecher, ist jedes Mehr an Sicherheit zu begrüßen. Zivilstreifen in Badehosen kann sich Faltin indes nur schwer vorstellen. Schon zur Eigensicherung müssten die Beamten mindestens ein Funksprechgerät dabei haben. „Und das würde auffallen.“

So ab 3 000 Besucher pro Wochenende, ist vom Badpersonal zu hören, muss verstärkt mit Zwischenfällen gerechnet werden. Was besonders auffällt: Die Altersgrenze bei Aggressionen sinkt. Teilweise sind jene, die des Bades verwiesen werden, gerade mal zehn Jahre alt.

Mit Veränderungen, die einen vergleichsweise geringen Aufwand erfordern, will der Erste Offenbacher Schwimmclub zumindest den Klau aus Schließfächern in den Griff kriegen. So sollen zum einen neue Spinde künftig so platziert werden, dass sie gut einsehbar sind. Zum anderen, erläutert Vorsitzender Dieter Levi-Wach, ist eine Art Gepäckaufbewahrung vorstellbar, bei der die Besucher Kleidung und Wertsachen bei einem Bad-Mitarbeiter abgeben können.

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