Eltern fordern Sanierung

Friedrich-Ebert-Schule: Atmosphäre ist erhitzt

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Da in den Klassenräumen der Friedrich-Ebert-Schule Temperaturen über 30 Grad herrschen, hat die Ganztagsgrundschule den Unterricht eingestellt und die Schüler in der Aula versammelt. Dort oder auf dem Schulhof verbringen sie den Nachmittag.  

Offenbach - Bei den aktuellen Temperaturen ist die Atmosphäre an der Friedrich-Ebert-Schule aus mehreren Gründen erhitzt. In den Klassenräumen herrschen über 30 Grad, Eltern echauffieren sich, dass der Altbau der Ganztagsschule nicht wettergerecht saniert wird. Von Steffen Müller

Schweiß tropft aus den Gesichtern von müden Schülern. Der Griff zu kühlen Getränken erfolgt in regelmäßigen, immer kürzer werdenden Abständen. Selbst den sonst so quirligen Kindern an der Friedrich-Ebert-Grundschule (FES) macht die Hitze zu schaffen. Kein Wunder bei 30,6 Grad, die gestern morgen um 9.30 Uhr in einem der Klassenräume gemessen wurden. An Unterricht ist bei solchen Temperaturen nicht zu denken. Um 10 Uhr meldet die Schule „Hitzefrei“. Die FES ist nicht die einzige Schule in Offenbach, die bei der aktuellen Wetterlage gern das Unterrichten einstellen und die Kinder früher nach Hause schicken würde. Nur: An einer Ganztagsschule ist das schwer möglich. Die FES garantiert eine Betreuung bis mindestens 14.30 Uhr. Betreut werden die Kinder auf dem Schulhof oder in der Aula, wo es im Vergleich zu den Klassenräumen etwas erträglicher ist. Doch für sämtliche 190 Schüler bietet die Aula keinen Platz.

Früher abgeholt werden die Kinder von ihren Eltern, die über eine Telefonkette informiert werden, auch nicht. Lediglich zwei Schüler konnten am Montag eher nach Hause gehen. Die berufstätigen Eltern verlassen sich darauf, dass ihre Kinder bis in den Nachmittag an der Schule bleiben und sie wegen Hitzefrei nicht früher die Arbeit beenden müssen. Das verlangt der Elternbeirat der FES auch gar nicht. Stattdessen fordert er, dass die Stadt endlich aktiv wird und die Klassenräume saniert, damit es nicht mehr so heiß wird. Schließlich ist jedes Hitzefrei mit Unterrichts-ausfall verbunden, auch wenn die Kinder an der Schule bleiben. An bereits sanierten Schulen, etwa an der Beethovenschule hingegen läuft der Betrieb wie gewohnt weiter. Durch Lüftungsanlagen können die Temperaturen reguliert werden.

„Die Fenster an der Friedrich-Ebert-Schule sind nur einfach verglast“, beschwert sich Elternbeirat Marc Wachtel. Da alle Klassenräume nach Süden zeigen, wird es besonders warm. Lüften ist auch keine Option, da der Lärm von der Mühlheimer Straße keinen Unterricht möglich macht. Durch Querlüften durch die Schulgänge einen Durchzug zu schaffen, ist auch nicht möglich, da die Türen der Klassenräume aufgrund von Brandschutzverordnungen nicht offen stehen bleiben. Vorhänge zuzuziehen hilft auch nicht, berichtet Stephanie Praxl. Der Elternbeirat sorgt sich aber nicht nur um die Kinder. „Mir tun die Lehrer leid, die der Hitze auch ausgesetzt sind“, sagt Melanie Oehler.

Bilder: Abi-Party der Friedrich-Ebert-Schüler

Was Praxl, Oehler und Wachtel besonders stört, ist, dass eine Sanierung der Friedrich-Ebert-Schule von Seiten der Stadt immer weiter aufgeschoben wird. Eigentlich sollte bereits 2016 eine grundlegende Erneuerung abgeschlossen sein, erinnert sich Wachtel. Doch daraus wurde nichts. Mittlerweile haben sich bei der Schulsanierung in Offenbach so viele Baustellen aufgetan, dass die FES bei der Priorisierung nach hinten gerutscht ist.

Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß kennt das Problem der FES, verweist aber auf den Sanierungsplan der Stadt. „Die Situation an der Friedrich-Ebert-Schule ist nicht gut, aber auch nicht einzigartig in Offenbach.“ Es gebe auch andere Schulgebäude aus den 50er Jahren, die dringend modernisiert werden müssen, so Weiß. Immerhin: Die Stadt will künftig jährlich zwei Millionen Euro für kurzfristige Sanierungen an Schulen bereitstellen. Derzeit wird eine Liste mit möglichen Maßnahmen erstellt. Dass die FES von dieser Soforthilfe profitiert, will Weiß nicht ausschließen.

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