Hafengarten

Grüner Treffpunkt mit Tauschbörse

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Johann Kneißl freut sich darauf, im Hafengarten loszulegen. Dank des schönen Wetters kann er bereits mit dem Bepflanzen der Beete beginnen.

Offenbach - Das Projekt Hafengarten, das vergangenes Jahr im Zuge der Kampagne „Besser leben in Offenbach“ Premiere feierte, bietet auch in diesem Frühjahr Platz für etwa 200 Gartenfreunde. Von Miriam Pelka 

Im Vordergrund steht nicht nur das Gärtnern. Der von der Mainviertel GmbH ins Leben gerufene Hafengarten ist längst ein Treffpunkt für Bürger aus der ganzen Stadt geworden. Dort kommen unterschiedliche Kulturen zusammen, bepflanzen etwa 10.000 Quadratmeter. Johann Kneißl war schon bei der Premiere 2013 dabei und ist ein Gärtner der ersten Stunde. „Für mich ist es ein Ort, um zur Ruhe zu kommen und den Alltagsstress zu vergessen“, sagt der überzeugte Offenbacher. Er schätze an seiner Stadt vor allem das Multikulturelle, das sich auch im Hafengarten widerspiegele.

„Wir wollen im Hafengarten die Kulturen zusammenführen“, berichtet Alexandra Walker, die das Projekt betreut. Grillabende und andere Aktionen sollen die Gemeinschaft unter den Gärtnern fördern. Mutter Natur wollen die Hobbygärtner beispielsweise mit angelegten Bienenstöcken unterstützen. Nichts erinnert mehr an die einstige Brachfläche zwischen Nordring und dem ehemaligem Yachthafen. Überall versprechen bepflanzte Kisten und Behältnisse blühende Farbenpracht und reiche Ernte. Keins der Beete ist von Zäunen begrenzt. Die wenigen vorhandenen Abgrenzungen dienen lediglich dazu, Hasen von den frisch gepflanzten Salaten fernzuhalten.

Frühlingsbilder unserer Leser

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„Genau darin besteht das Urban-Gardening-Konzept: Es gibt kein Regelwerk, das die Gärtner beschränkt“, berichtet Projektbetreuerin Walker. „Jeder hat sein eigenes Projekt und kann sich kreativ ausleben.“ Dabei gestaltet jeder Nutzer sein Beet individuell, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Vom alten Schrank über alte Schüsseln bis zu Gießkannen: Bepflanzt wird, was gefällt. Arbeitsgeräte und Erde erhalten die Hafengärtner direkt am Ort. Seit diesem Jahr gibt es zudem fließendes Wasser. Was die Hobbygärtner anpflanzen, entscheiden sie ebenfalls selbst. Die meisten bauen Gemüse an, darunter exotische Sorten wie weiße Zucchini oder spezielle Tomatensorten.

„Im Laufe der Zeit entsteht eine Art Tauschbörse“, berichtet Johann Kneißl begeistert. „Weil jeder etwas anderes anpflanzt, tauscht man sich untereinander aus und bleibt in Kontakt.“ Das Urban-Gardening-Konzept findet bei den Offenbachern großen Anklang. „Bis jetzt haben wir jede Woche 19 Anmeldungen. Irgendwann ist aber kein Platz mehr“, bedauert Alexandra Walker. Potenzielle Hafengärtner, die sich eine Fläche sichern wollen, sollten sich also beeilen.

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