Viele Ideen, wenig Platz

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Wirkt aus der Luft großzügig, ist für die HfG-Bedürfnisse aber zu klein: der Campus an der Schlossstraße.

Offenbach - Offenbach ist ein begehrtes Pflaster. Zumindest, wenn es um die Hochschule für Gestaltung (HfG) geht. 105 Studenten haben sich zum Wintersemester 2013/14 immatrikuliert, insgesamt sind 675 Studenten eingeschrieben (Vorjahr: 656). Von Veronika Schade

Fünf neue Lehrkräfte sind hinzugekommen, darunter Gunter Reski als Professor für Malerei. „Allein für diese Stelle gab es 180 Bewerbungen“, berichtet Hochschulpräsident Bernd Kracke stolz. „Das Interesse, hier zu arbeiten, ist groß. Wir haben die besten Köpfe bei Lehrenden und Studenten.“ Die räumlichen Bedingungen im Campus an der Schlossstraße jedoch lassen zu wünschen übrig. „Die Hochschule platzt aus allen Nähten“, sagt Kracke. Rund 5 000 Quadratmeter Fläche würden zusätzlich benötigt. Auf die Entscheidung des Landes für einen Neubau im Hafengelände warten die Verantwortlichen sehnsüchtig. Für den HfG-Präsidenten ist „die Zeit des Lamentierens vorbei“, die Koffer gar schon gepackt: „Es geht darum, wettbewerbsfähig zu bleiben. Unter diesen Umständen ist es für uns kaum möglich, und das wird teuer, da wieder aufzuholen.“ Neben dem fehlenden Platz gebe es bauliche Mängel wie feuchte Keller. „In den Werksräumen haben wir massive Probleme, sie sind kaum zu nutzen“, sagt Peter Eckart, Dekan des Fachbereichs Produktgestaltung.

Prof. Peter Eckart, HfG-Sprecherin Katja Kupfer und Präsident Bernd Kracke hoffen auf einen nahenden Hafenumzug.

Auch Wohnraum für Studenten ist knapp. Zwar konnte das Wohnungsangebot in Kooperation mit der Gemeinnützigen Baugesellschaft Offenbach (GBO) jüngst erweitert werden (wir berichteten), zu den Appartments im Ostpol kamen neue Räume an der Arthur-Zitscher- und Gustav-Adolf-Straße hinzu. Mehr als 70 Studenten finden auf diese Weise bezahlbare Unterkünfte. „Wir suchen dringend weitere Wohn- und Atelierflächen“, ruft HfG-Sprecherin Katja Kupfer auf. Das langfristige Ziel sind, wenig verwunderlich, Wohnheime direkt auf dem Hafencampus. Kupfer: „Wohnmöglichkeiten in der Nähe können mitentscheidend sein für die Studienentscheidung – gerade für Studenten, die sich in der Region nicht auskennen.“

Und von denen gibt es ander HfG immer mehr. „Die Studenten kommen aus ganz Deutschland und zunehmend aus ländlichen Regionen“, sagt Kracke. Diese Entwicklung sei vor allem der Internet-Präsenz der Hochschule zu verdanken. 132 Studenten haben einen ausländischen Pass, viele aus dem asiatischen Bereich. Auch die Professoren gehen auf Reisen, es gibt beispielsweise Kooperationen mit Shanghai, Kapstadt und dem australischen Queensland.

Rundgang durch die Hochschule für Gestaltung (2012)

Rundgang durch die Hochschule für Gestaltung

Morgen um 19 Uhr ist in der Aula Diplompräsentation des Fachbereichs Produktgestaltung

Drei junge Leute zwischen 18 und 22 Jahren absolvieren derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur (FSJK) an der HfG. Jeder arbeitet an einem eigenen Projekt und bekommt so berufliche Orientierung. Eine „Vorbereitung auf die harte Welt“, ist für Studenten die AG Berufsvorbereitung. Zu den Hochschulangeboten gehören außerdem Veranstaltungen wie das international besetzte Typografie-Symposium „Babel“ (26. November) oder das mit 5 000 Euro dotierte Drittmittelprojekt „Sprudelhof“, bei dem ein neues Design für eine Jugendstilanlage in Bad Nauheim konzipiert wird. In vielen Wettbewerben waren HfG-Studenten und Absolventen in den vergangenen Monaten sehr erfolgreich, gewannen etwa den European Design Award oder den Hessischen Film- und Kinopreis.

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