Hochzeitsmesse: Mit Blumen im Haar

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Es will gut ausgesucht sein, das Kleid für den schönsten Tag im Leben. Die Hochzeitsmesse bot dazu Anregungen.

Offenbach - Auf vielen Hochzeitsmessen ist das Angebot für Brautleute schlicht unüberschaubar. Wer für sein Fest etwas gezielter aussuchen möchte, der war am Sonntag mit einem Besuch im Büsingpalais bestens beraten. Von Silke Gelhausen-Schüßler

Bereits zum vierten Mal in Folge veranstaltete das Sheraton-Hotel die Schau rund um den schönsten Tag im Leben – mit zwei Dutzend Ausstellern aus zehn Branchen.

Dabei ist das Palais nicht nur wegen der festlichen Atmosphäre so messetauglich: Wer will, kann gleich dort seine komplette Hochzeit planen. Im Erdgeschoss befindet sich das Trauzimmer als Außenstelle des Standesamts, oben im Jacques-Offenbach-Saal kann mit bis zu 240 Personen gefeiert werden. „Und wer die Hochzeitsnacht bei uns im Hotel verbringt, kann seine Braut über die Glasbrücke hinüber tragen!“, erklärt Eva-Maria Hänel, Messe-Organisatorin des Sheraton. Das Hotel organisiert auf Wunsch auch die komplette Feier.

Am Vormittag ist der Besuch noch eher verhalten. Hänel sagt aus Erfahrung: „So richtig los geht es immer erst nachmittags.“ Das Programm im Festsaal läuft durch, wechselt halbstündlich von Modenschau zum „singenden Glücksboten“ Wolfgang Tuppeck aus Bad Soden. Gegen Ende wird ein Gewinnspiel ausgelost, bei dem als erster Preis ein Paar-Wochenende in Hamburg lockt.

Die Kunst der Verwandlung

Wie die Kunst der Verwandlung funktioniert, zeigt Visagistin Wiebke Quenzel von „ARTmorphose“ aus Freigericht. Die „Maske“ in Form des eigenen Schminktischs hat sie gleich mitgebracht. Da können sich potenzielle Bräute und Bräutigame als Frisur- und Make-Up-Models zur Verfügung stellen. Quenzel: „Der neue Trend sind Flechtfrisuren, die nicht aussehen wie frisch frisiert, sondern unordentlich. Außerdem Kurzhaarschnitte mit aufwändigem Kopfschmuck, Echtblumen und alle Varianten von Steckfrisuren.“

Das wichtigste Kriterium: Individuell und sehr romantisch soll es sein. Für so ein Rundum-Sorglos-Paket „Style and go“ sind bei Quenzel zwischen 139 und 289 Euro zu berappen. Doch welche Blumen machen im Brauthaar ohne Chemieauflage nicht vorzeitig schlapp? „Orchideen- und Rosenblüten“, weiß Floristmeister Johannes Kitzinger aus Offenbach. Bei den Brautsträußen ist heute neben dem klassischen Weiß auch Farbe angesagt. Passend dazu verkauft Kitzinger filigran gearbeitete Anzug-Anstecker für den Bräutigam.

Einzigartig in der Region ist laut Inhaberin Heike Meier das „Tiziana Sposa“ in Bruchköbel. Sie bietet stilgerechte Garderobe für die gesamte Hochzeitsgesellschaft, dazu Schuhe, Frisur, Styling und Accessoires. Meier ist überzeugt: „Jede Braut ist ein Unikat, die ihr Kleid selbst finden muss. Die Entscheidung fällt dann vor dem Spiegel.“ Je drei Atelierschneiderinnen und Profi-Stylistinnen setzen die sehr individuelle Beratung um.

Bilder von der Hochzeitsmesse in der Stadthalle Langen

Hochzeitsmesse in Stadthalle

Dieses Jahr zum ersten Mal im Büsingpalais ist Fotograf Andy Sanders aus Rodgau. Seit drei Jahren lichtet er Hochzeiten ab, ein eigenes Studio hat er aber nicht. „Heute läuft alles nur noch draußen ab, auch bei schlechtem Wetter“, so Sanders. „Ich habe schon Bilder mit Regenschirm und Gummistiefeln gemacht!“ Und die haben ihren ganz eigenen Charme, wie er es im digitalen Bilderalbum verdeutlicht.

Steht das Brautpaar jedoch nicht auf solche nassen Experimente, hat er immer noch ein paar Ausweichräume parat, zum Beispiel eine alte Villa in Darmstadt. Neben klassischen Motiven liebt Sanders das Außergewöhnliche – das kann auch mal ein Kuss vor den Mülltonnen im Hinterhof eines Cafés sein. Seine auf Bildern festgehaltene Heiratsbetreuung ist ab 250 Euro für eine standesamtliche Trauung zu haben.

Außerdem finden sich im Palais Ringe aus fair gehandeltem Gold, Schmuck, Dessous und davor im Hof die richtigen Blechkutschen für den reibungslosen Weg zum Traualtar.

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