2860 Unterschriften nötig

Bürgerinitiative Radentscheid Offenbach sammelt Unterschriften

Mit einem goldenen Fahrrad als Blickfang haben Jochen Teichmann, Harry Neß und Kai Kotzian (von links) am Freitagnachmittag auf dem Stadthof mit der Unterschriftensammlung begonnen.
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Mit einem goldenen Fahrrad als Blickfang haben Jochen Teichmann, Harry Neß und Kai Kotzian (von links) am Freitagnachmittag auf dem Stadthof mit der Unterschriftensammlung begonnen.

Die Initiative Radentscheid Offenbach hat mit ihrer Unterschriftensammlung begonnen, um für eine Verbesserung der Verkehrsgegebenheiten für Radfahrer zu sorgen.

Offenbach - Drei Prozent der Wahlberechtigten – in Offenbach nach Angaben der Initiative 2860 Unterschriften – sind notwendig, damit aus dem Bürgerbegehren ein Bürgerentscheid werden kann, durch den die Forderung nach sicheren Radwegen und daraus resultierender Verbesserung der Luft, mehr Lebensqualität und weniger Lärm auch politisch auf den Weg gebracht werden soll. Über das Wochenende war das Team des Radentscheids an mehreren Orten unterwegs, um Unterzeichner für ihr Vorhaben zu gewinnen.

Nach der „Aktion Goldenes Fahrrad“, die am Freitag Nachmittag in der Innenstadt vor dem Rathaus stattgefunden hat, versammeln sich Jochen Teichmann und Dr. Harry Neß mit ihren Mitstreitern am Samstag Nachmittag auf dem Goetheplatz beim Nordendfest. Das goldene Fahrrad steht auch hier als Blickfang neben dem Infostand, es soll symbolisieren, dass mit dem Bürgerbegehren bessere Zeiten für Radfahrer und Fußgänger und deren Gleichberechtigung im öffentlichen Straßenraum eingeleitet werden.

Teichmann und Neß gehören zusammen mit Kai Kotzian zu den drei Vertrauenspersonen, die das Bürgerbegehren bedingt. Statt der erforderlichen 2860 Unterschriften solle man mindestens 3000 sammeln, das sei ihnen geraten worden, erklärt Jochen Teichmann, um ungültige Unterzeichnungen auszumerzen. Aber er und Harry Neß gehen ohnehin von der doppelten oder sogar dreifachen Anzahl an Unterstützern aus.

Eine Sammelfrist haben sie nicht angesetzt, sie wollen „erst einmal auf unbestimmte Zeit sammeln“, erklärt Neß. „Unsere derzeitige Zielvorstellung ist, dass wir die Sammlung im November im Kasten haben“. Das habe den Vorteil, dass der Bürgerentscheid dann parallel mit der Kommunalwahl abgehalten werden und der Verwaltungsaufwand reduziert werden könne. Gesammelt wird also an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet, wie beispielsweise auch am letzten Sonntag beim Kinder-Fahrradkorso im Büsingpark. Natürlich stehen zentrale Stellen wie der Wilhelmsplatz, der Aliceplatz oder auch der Marktplatz im Mittelpunkt - aber auch an dezentralen Orten will die Initiative um Unterschriften bitten.

Die Unterschriftenliste gibt es auch auf der Website der Initiative zum Herunterladen, Unterschreiben und zum Einwerfen – in einen der Sammelkästen, die an unterschiedlichen Stellen im Stadtgebiet aufgestellt werden. Der Vorsitzende Jochen Teichmann hat am letzten Freitag selbst einen der Sammelkästen vor seinem Wohnhaus in der Friedrichstraße 9 aufgestellt - und konnte am Samstag Vormittag gleich die ersten Unterschriften aus der Box fischen. Die Sammelkästen sind dafür gedacht, dass durchgehend, auch außerhalb der Sammelaktionen, unterschrieben werden kann - und sind dafür eine Notwendigkeit, denn „online ist die Unterschrift nach der Gemeindeordnung nicht möglich“, erklärt Teichmann.

Wenn die gesamte Aktion abgeschlossen und das Ziel als Voraussetzung für einen Bürgerentscheid erreicht wurde, werden die Forderungen an den Gemeindevorstand, also Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke, herangetragen.

Im Konkreten hat der Radentscheid für die kommenden fünf Jahre sechs Ziele zur Förderung des Radverkehrs im Blick: ein durchgängiges, leistungsfähiges Radwegenetz, sichere Radwege auf Haupt- und Nebenstraßen, sichere Gestaltung von Kreuzungen und Einmündungen, Verbesserung der Mobilität für Fahrradfahrer und Fußgänger, der umfassende Ausbau von Fahrradstellplätzen sowie unterstützende Maßnahmen zur Verkehrswende. Kinder, Senioren und mobilitätseingeschränkte Menschen sollen ihr Ziel selbstständig und sicher erreichen, umweltschonende Mobilität reduziert Luftverschmutzung, Geräuschemission und hilft, Klimaziele zu erreichen.

Außerdem werde Offenbach für seine Bewohner lebens- und liebenswerter, heißt es im Informationstext zur Begründung des Bürgerbegehrens.

Von Jan Schuba

Auch Jugendliche gefragt

Für Kinder und Jugendliche unter 17 Jahren hat die Bürgerinitiative Radentscheid eine eigene Unterschriftenliste gefertigt, die genau wie jene für Erwachsene in die entsprechenden Sammelkästen geworfen werden kann. Initiator dieser Liste ist der 16-jährige Albert-Schweitzer-Schüler Vincent-Paul Kolipost. „Ich habe die Idee einer Junior-Liste eingebracht, da die Stimme von uns Unter-18-Jährigen beim Wahlamt noch nicht zählt, ich aber ein Zeichen setzen möchte, dass wir auch für ein fahrradfreundliches Offenbach sind.“ Auf die Initiative Radentscheid aufmerksam geworden ist der engagierte Gymnasiast durch die Berichterstattung unserer Zeitung sowie Beiträge in sozialen Mediennetzwerken. „Ich bin einfach mal zu einer Sitzung gegangen und habe gesehen, dass es Spaß macht

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