Hoffnung auf Entlastung für Offenbach

Offenbach (mic/mad) - Zahltag in Sachen Lärmschutz: Nachdem die Fachleute des „Forums Flughafen & Region“ vor zwei Jahren ihr Maßnahmenpaket zur Minderung der Belastung vorgelegt und sogleich mit dessen Umsetzung begonnen haben, präsentierten die Väter der Lärmminderungstricks gestern Ergebnisse.

Es gibt kleinere Erfolge, keinen Durchbruch, aber Hoffnung - vor allem für Offenbach.  Peter Gebauer von der Deutschen Flugsicherung zeigt sich hinsichtlich der Chancen für mehr Lärmminderung optimistisch: „Wir beginnen Technologien zu nutzen, die bis vor kurzem nicht verfügbar waren. „Es ist möglich und gelungen, mittels Aktivem Schallschutz Lärmreduktion zu ereichen“, so Gebauer. Manches, das zunächst nur für die Nachtstunden entwickelt wurde, scheint nun für den Abend oder gar am Tage denkbar. Wichtig für Offenbach und die Region:

Es deutet Einiges darauf hin, dass die Entlastung von Offenbach, Mühlheim und Hanau in den Abendstunden vor dem ab 23 Uhr greifenden Nachtflugverbot durch die bereits praktizierte südliche Umfliegung, den „Segmented Approach“, verstärkt wird. Dies würde zu einer Mehrbelastung von Kommunen an der Ausweichstrecke wie Obertshausen und Heusenstamm führen.

Erfolge und Niederlagen

Mehrbelastungen drohen ebenfalls durch den Plan, die Zahl der Anflüge von Osten hochzufahren, indem man den Fluglotsen gestattet, auch bei einem Rückenwind von über fünf Knoten Starts und Landungen in eine bestimmte Richtung zuzulassen. Auf diese Weise sollen die hochbelasteten und extrem flughafennahen Gebiete westlich des Airports geschont werden. Dies ginge auf Kosten der Bevölkerung im Raum Offenbach.

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Bei den übrigen Maßnahmen zeigte das „Monitoring“ erste Erfolge, mancher Super-Trick erwies sich aber als Flop. So brachten die steileren Starts wenig, weil die meisten Flieger das „neue Verfahren“ bereits praktizieren. Bei der Nachrüstung von Triebwerken der Boeing 737 war die Lärmminderung nicht feststellbar. Bei der Lockerung des Limits für den zulässigen Rückenwind reichte die Zeit nicht für eine Beurteilung. Das Schaffen von Lärmpausen in der Nacht durch gezielte „Schonung“ von Regionen je nach Wochentagen funktionierte gut und soll zeitlich ausgedehnt werden, Die Steigerung der Zahl der leiseren Sinkflüge „im Leerlauf“ scheiterte.

Offenbach klagt weiterhin gegen Flughafenausbau

Unterdessen hat das Offenbacher Stadtparlament mit einem Bündel von Beschlüssen deutlich gemacht, dass die Stadt im juristischen Kampf gegen den Fluglärm nicht nachlässt. So sprach man sich einstimmig dafür aus, dass die Stadt wegen der Einschränkung der kommunalen Selbstverwaltung eine Verfassungsbeschwerde einreicht.

Weiterhin klagt Offenbach gegen die im Zuge des Flughafenausbaus festgelegten Flugrouten. Ziel ist die Ausweitung der Südumfliegung Offenbachs. Schließlich will man sich politisch und falls nötig auch rechtlich gegen die von der Landesregierung großzügig erteilten Ausnahmegenehmigungen von Nachtflugverbot zur Wehr setzen.

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