Hoffnung für Hafen-Pläne

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Die städtische Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft ABG will entlang der Mainlinie drei achtgeschossige Gebäude mit 150 Mietwohnungen errichten.

Offenbach ‐ Wenn alles so läuft wie erhofft, werden die Offenbacher Stadtverordneten heute in einer Woche zu einer nicht-öffentlichen Sitzung zusammentreten. Zu beraten und zu verabschieden gälte es dann einen Vergleichsvertrag mit jenen sechs Betrieben aus dem Frankfurter Westhafen, die erfolgreich gegen eine Wohnbebauung auf der Offenbacher Hafeninsel geklagt haben. Von Thomas Kirstein

Käme der in den vergangenen Wochen intensiv verhandelte Vergleich zustande, wären schon als gescheitert geltende Pläne wieder aktuell. Die städtische Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft ABG will entlang der Mainlinie drei achtgeschossige Gebäude mit 150 Mietwohnungen errichten.

Am Dienstag fassten in Offenbach die Aufsichtsräte von Stadtwerke Holding und Mainviertel GmbH einstimmig den formellen Beschluss, alles zu unternehmen, um das Projekt „Wohnen im Hafen“ doch noch möglich zu machen. Gestern zog der Magistrat nach.

„Dass es etwas wird, wollen doch alle, der Ministerpräsident, der Umweltminister, der Staatsminister Grüttner, der Regierungspräsident, Frankfurts Oberbürgermeisterin...“, sagt Oberbürgermeister Horst Schneider. Bei den bisherigen Blockierern sieht er Bewegung. Das sind in erster Linie Frankfurter Betriebe wie UPS oder Glockenbrot, die befürchten, künftige Offenbacher Hafen-Bewohner könnten wegen des von den Firmen ausgehenden Lärms vor Gericht ziehen und dort Recht bekommen. Dass die ABG ihren künftigen Mietern einen Klageverzicht in den Mietvertrag schreiben will, half nichts gegen den Zug vor den Verwaltungsgerichtshof in Kassel.

Dieser entschied Ende April überraschend gegen Offenbach. Der Bebauungsplan für den Hafen ist seitdem nichtig, könnte aber wieder gelten, wenn die Betriebe ihre Klage zurückzögen, so lange das Urteil nicht rechtskräftig ist.

OB Schneider ist hinsichtlich einer bis nächste Woche zu erzielenden Einigung recht optimistisch. Man nehme die Ängste der Firmen ernst und habe den Bebauungsplan „so konkretisiert, dass jetzt jeder damit leben kann“. Heißt: Die ABG-Wohnblöcke werden, ohne dass ihre Vermarktung darunter leiden soll, noch deutlicher so ausgelegt, dass sie für das Mainviertel wie eine Schutzwand gegen Geräusche vom Frankfurter Ufer wirken.

„Wir haben ein gutes Gewissen, alles unternommen zu haben, dass beide Seite gewinnen können“, sagt der OB.

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