Hoffnung für Ingenieure von „manroland“

Offenbach - Die von Arbeitslosigkeit bedrohten Ingenieure des Druckmaschinenherstellers „manroland“ können zumindest in Bayern und Hessen schnell auf neue Jobs hoffen.

Nach dem monatlichen Arbeitsmarktmonitor des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) fehlten in Bayern 15.200 und in Hessen 7400 Ingenieure verschiedener Fachrichtungen. In Hessen entfalle nahezu die Hälfte der nicht besetzten Stellen auf Maschinen- und Fahrzeugbau - dazu muss auch „manroland“ gezählt werden.

Anzeichen für Ingenieurmangel

Die hessische Regionaldirektion der Arbeitsagentur in Frankfurt erneuerte ihre Zusicherung, den „manroland“-Beschäftigten im Fall eines Personalabbaus zu helfen. Einen akuten Mangel an Ingenieuren für Fahrzeug- und Maschinenbau gebe es im Rhein-Main-Gebiet nicht, aber doch Anzeichen dafür.

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Der VDI beziffert die Ingenieurslücke bundesweit auf mehr als 80.000. Sie ist damit so groß wie noch nie seit Einrichtung des Monitors vor zwölf Jahren. Gut 18.000 arbeitslosen Ingenieuren stehen 98.300 offene Stellen gegenüber. Nach Einschätzung des Autors und Volkswirtes Oliver Koppel vom arbeitgebernahen Institut der Wirtschaft in Köln gibt es so gut wie keine Sockelarbeitslosigkeit bei Ingenieuren mehr. Es handle sich vielmehr um eine nahezu unvermeidbare Sucharbeitslosigkeit zwischen zwei Anstellungen.

Arbeitgeber sind kompromissbereit

Die Arbeitgeber seien bereits seit längerem zu Kompromissen bereit und würden auch fachfremde Ingenieure im Job trainieren, sagte Koppel. Ingenieure für Maschinen- oder Fahrzeugbau gehörten zu den gefragtesten Arbeitskräften in Deutschland, eine Umkehr des Trends sei bisher nicht zu erkennen. Bei gewisser Flexibilität hätten auch ältere Bewerber jede Chance. Die Nachfrage konzentriere sich allerdings auf Bayern, Baden-Württemberg und mit Abstrichen auf Hessen.

Den Arbeitsagenturen werde nur jede 5. bis 7. offene Stelle benannt, schätzte ein VDI-Sprecher. Im Markt seien viele Personalberater unterwegs, auch das Internet spiele über direkte Ausschreibungen der Firmen oder Jobbörsen eine große Rolle.

dpa

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