Holzland Becker lagert in Offenbach

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Das riesige Honda-Gelände soll Holzland Becker künftig als Lager- und Bürostandort dienen.

Offenbach/Obertshausen - Das ist ein Immobiliengeschäft der besonderen Art. Holzland Becker aus Obertshausen hat das seit etwa anderthalb Jahren leer stehende Honda-Gelände an der Waldstraße gekauft und will es als Lager- und Bürostandort nutzen. Von Frank Pröse

Becker verleibt seinem Unternehmen damit etwa 37. 000 Quadratmeter Fläche, 20.000 Quadratmeter große Lagerhallen und 1900 Quadratmeter Büros ein. Wer im Holzland einkaufen will, ist weiterhin in Obertshausen richtig.

Firmeninhaber Frank Becker, der sich schon mit so manchem Coup am Stammsitz Obertshausen einen Namen gemacht hat, setzt mit diesem für Mittelständler gewaltigen Immobiliendeal seiner Expansion die Krone auf. Darauf angesprochen sagt Becker nur: „Angefangen haben wir 1989 mit sechs Mitarbeitern. Und seitdem ist unser Geschäftsvolumen jedes Jahr – bis auf ein einziges Mal – zweistellig gewachsen.“ In den letzten vier Jahren sei der Umsatz verdoppelt worden.

Standort Obertshausen platzt aus allen Nähten

Kein Wunder also, dass der Standort Obertshausen zwei Jahre nach dem Hallenneubau schon wieder aus allen Nähten platzt. Becker: „Endlich haben wir genug Platz, um schnell und nachhaltig wachsen zu können, die letzten Jahre mussten wir mehrfach auf interessante Sortimente und Vertriebswege verzichten.“

Die neuen Hallenkapazitäten ermöglichten es, „die Sortimentstiefe zu verbessern und damit an das Niveau der Sortimentsbreite am Lager heranzuführen“. Und dann schafft Becker teils ausgelagerte Servicebereiche wie Telefonberatung und Auftragsannahme zurück unters Holzland-Dach und Teile von Verwaltung, Vertrieb, e-commerce sowie überregionalen Versand nach Offenbach. Zusammen mit den Lagerarbeitern für die künftig in Offenbach zusammengeführten und damit überflüssigen drei Außenlager Antwerpen, Chemnitz und Frankfurt rechnet Becker im ersten Schritt bis 2014 mit 80 zusätzlichen Mitarbeitern in Offenbach und 10 bis 20 weiteren Stellen in Obertshausen.

„Jemanden finden, der Arbeitsplätze schafft“

Diese Arbeitsplatzbilanz war einer der Gründe, weswegen sich Honda unter mehreren Kaufinteressenten letztlich für Holzland Becker entschied. Wie Honda-Geschäftsführer Günter Schnatz weiter mitteilte, habe man in seinem Unternehmen Sympathien für diesen lokalen Mittelständler aus Obertshausen entwickelt, der überdies ein schlüssiges Konzept vorgelegt habe. Schnatz: „ Es war uns wichtig, jemanden zu finden, der Arbeitsplätze schafft und für die Region wichtig ist.“

Honda Deutschland hatte das Gelände mit dem Zentrallager für Europa im September 2010 mit einem Vorlauf von zwei Jahren aufgegeben. Dahinter stand laut Schnatz die Erkenntnis, dass sich der Mittelpunkt Europas nach Osten verlagert hatte. Deshalb wurde ein neues Lager in Polen aufgebaut. Heute wird der deutsche Markt mit Teilen aus Belgien, Polen und Österreich versorgt.

Honda bleibt Offenbach treu

Doch ansonsten bleibt Honda mit 280 Mitarbeitern und einem Umsatz von 750 Millionen Euro Offenbach treu. Laut Schnatz sind weder beim Entwicklungscenter in Bieber-Waldhof Änderungen geplant noch in der Vertriebszentrale an der Sprendlinger Landstraße. Dort konzentriere man sich unter anderem ganz auf die ehrgeizigen Ziele beim Pkw-Geschäft. Im wieder stabilisierten Motorradmarkt haben die Offenbacher mit japanischen Wurzeln das ehrgeizige Ziel, auf Platz eins vorzufahren.

Letztlich sind auch im Power Equipment (Bootsmotoren, Rasenmäher und so weiter) die Weichen ebenso Richtung Expansion gestellt wie bei Immobilien-Partner Holzland Becker, der sich im Haifischbecken der Baumarktketten nicht nur behauptet, sondern der Konkurrenz auch Marktanteile im Holzhandel abjagt.

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