Homemade Fair: Erfolg verlangt Fortsetzungen

Offenbach - Erfolgreiche zweite Auflage der Homemade Fair im Hafen 2: Das Thema Kunst erweist sich als Publikumsmagnet. Wobei sich die Homemade mehr als Design sieht. Von Silke Gelhausen-Schüßler

Homemade Fair im Hafen 2

Homemade Fair im Hafen 2

Homemade Fair im Offenbacher Hafen 2: Zum zweiten Mal laden die Organisatoren zu diesem Kuntshandwerkermarkt der besonderen Art ein: Die Besucher können zahlreiche Artikel - von Kleidern bis zu Kunstgegenständen - erwarben, Hauptsache es ist selbstgemacht.

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So zumindest erklärt Heike Hamann, eine der drei Organisatorinnen, die Kreuzung aus Messe und Markt: „Design muss eine Funktion haben, Kunst nicht. Wir wollen das Besondere, nichts Stereotypes zum Anschauen.“ Dafür die passenden Aussteller zu finden, scheint kein Problem. „In der Kreativszene kennt man sich“, sagt Eva Kirchhoff. Sie bildet mit Linda Hoekstra das restliche Team und steht selbst mit handgenähten „Rockzipfeln“ im ehemaligen Lokschuppen. Am Stand gegenüber dreht sich alles um Buchstaben. Tanja Huckenbeck hat es umgekehrt gemacht – den Beruf zum Hobby und Nebenerwerb. Die gelernte Schriftsetzerin und freiberufliche Grafikdesignerin hat noch die Ära der Bleischriften erlebt. „Ich wollte wieder richtige Buchstaben in der Hand halten, so bin ich auf die Idee gekommen.“ In leuchtenden Frühlingsfarben, aus Filz und Stoff findet sich das Alphabet als Schlüsselanhänger, Grußkarte, Untersetzer, Smartphone-Täschchen, Stuhlkissen oder Topflappen.

Als dritter Termin ist der 23. November geplant, vielleicht im Hafen-Neubau, Informationen im Internet.

Zwischen den Gebäuden ist eine kurze Entfernung zurückzulegen. Da kann es nicht schaden, die Durststrecke auf dem nackten Asphalt zu verschönern. Während Mona (13) und Emma (14) einige Dutzend Male hin und her laufen, bieten sie in ihren Bauchläden sorgfältig gefaltete Baumwolltaschen mit Homemade-Fair-Label feil. Neben Kleidung, behäkelten Ostereiern, Schmuck und Marmeladen gibt es ausgefallene Sachen wie auflaminierte Konservendosenfotos auf Holzkörper oder Lieblingsjeans nach eigenem Wunsch geflickt. An den Nachwuchs ist an zwei Stellen gedacht: Für zwei Euro als Hafen-Spende können die Kleinen Blumentöpfe bemalen oder in der Recyclingecke mit Eierkartons und Wegwerfartikeln in Farben schwelgen.

Beim ersten Markt im November war die Resonanz so gut, dass sich die Organisatorinnen für einen weiteren Termin vor Ostern entschieden. 70 Prozent der Aussteller sind zum zweiten Mal da. Insgesamt sind es 39 Stände; der Konzertraum ist neben Schuppen und der eisigen Ölhalle hinzugekommen. Alle kreativen Köpfe kommen aus Offenbach und Umgebung – damit bleibt die Homemade familiär und regional, unterscheidet sich von größeren Märkten, wo Aussteller aus ganz Deutschland kommen.

Rubriklistenbild: © Georg

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