Umzug bis zum Jahresende

Honda verlässt Offenbach

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Honda Deutschland GmbH zieht bis zum Ende des Jahres von Offenbach nach Frankfurt

Offenbach- Die Deutschlandzentrale des japanische Autobauers Honda wird bis zum Jahresende von Offenbach nach Frankfurt verlegt. Seit 1968 sind die Japaner in der Stadt ansässig. Von Marc Kuhn

Mit der Entwicklung könne man nicht zufrieden sein, sagte eine Sprecherin unserer Zeitung und sprach im Zusammenhang mit dem Umzug der Deutschlandzentrale von Offenbach nach Frankfurt von einem Strategiewechsel.

Die Zulassungszahlen sind in den vergangenen Jahren zurückgegangen. 2002 verkaufte Honda hierzulande fast 32.600 Autos, wie das Kraftfahrzeug-Bundesamt berichtete. Die Zahl sei 2006 zwar noch auf mehr als 48.580 gestiegen. Danach fiel der Absatz aber kontinuierlich. Im vergangenen Jahr setzen die Japaner in Deutschland noch knapp 29.490 Fahrzeuge ab. Ein Monatsvergleich zeigt, dass die Absatzprobleme offenbar anhalten. Von Januar bis Mai 2009 verkaufte Honda noch fast 22.250 Fahrzeuge hierzulande. Im Vergleichszeitraum 2011 waren es noch 12.880 Autos, in diesem Jahr knapp 10.270. Branchenkenner m.chen Schwierigkeiten beim Verkauf des Accord und der neuen Civic-Generation für die Absatzprobleme verantwortlich.

Auf dem Weg zu mehr Wachstum

Der Umzug der Firmenzentrale von Offenbach nach Frankfurt sei ein Schritt auf dem Weg zu mehr Wachstum, erklärte die Honda-Sprecherin. Zu den verschiedenen Maßnahmen gehörten auch neue Modelle und Werbekampagnen. Seit Mai seien Zuwächse bei den Zulassungen zu verzeichnen, teilte Honda mit.

„Unser Strategiewechsel trägt Früchte“, erklärte Katsushi Inoue, seit April Präsident der Honda Deutschland GmbH. Bis zum Jahresende werde die Deutschlandzentrale von Honda an die Hanauer Landstraße verlegt, teilte das Unternehmen mit. Dort unterhalte Honda seit 2005 einen Gebäudekomplex, „der bereits damals als neue Firmenzentrale konzipiert war“.

Übernahme der Fugel-Verkaufsräume

Zum 1. Oktober werde Honda die Verkaufsräume von der Fugel GmbH übernehmen und einen sogenannten Flagship-Store einrichten. Die Fugel-Gruppe wolle sich künftig vor allem auf ihre Standorte in Sachsen und Baden-Württemberg konzentrieren. Deren Frankfurter Mitarbeiter sollten von einer noch zu gründenden Gesellschaft übernommen werden, die zu Honda gehören und für den Vertrieb zuständig sein solle. In den Büros des Gebäudes, in dem seit Januar 2006 die Honda Bank ansässig sei, entstünden 162 Arbeitsplätze für die Mitarbeiter der Honda Deutschland GmbH.

Die 66 bislang in Offenbach für die Honda-Europazentrale tätigen Mitarbeiter würden in das 2009 in Erlensee eröffnete europäische Schulungszentrum, die Honda Akademie, umziehen. In die in Offenbach-Waldhof ansässige Forschungs- und Entwicklungsabteilung Honda R&D Europe würde eine bislang an der Sprendlinger Landstraße tätige zehnköpfige Testabteilung integriert. „Die Arbeit einer Forschungs- und Entwicklungsabteilung mit ihren mehr als 100 Ingenieuren und Wissenschaftlern stellt ganz besondere Anforderungen an die Räumlichkeiten und die technische Ausstattung. An unserem Standort in Offenbach werden diese optimal erfüllt“, sagte Inoue.

Die frei werdende Immobilie an der Sprendlinger Landstraße solle verkauft werden, teilte Honda mit. Erste Gespräche würden geführt.

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