Liebe soll das Leiden lindern

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Beim Durchschneiden des roten Bandes (vorn von links): Hausoberin Schwester Edelburga, Kuratoriumsvorsitzender Pfarrer Angelo Stipinovich, Hospizleiterin Margarete Stirner, Generalvikar Prälat Dietmar Giebelmann aus Mainz und Architekt Dieter Bugert aus Viernheim.

Offenbach - Mit Sterbenden den letzten Weg gehen: Das bezeichnete Angelo Stipinovich vor zahlreichen Gästen als Aufgabe des Hauses. Von Markus Terharn 

Der Pfarrer ist Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Heilig-Geist-Hospital (Bensheim), Rechtsträger des ans Ketteler-Krankenhaus angebundenen Hospizes. Um- und Neubau am Lichtenplattenweg kosteten 3,3 Millionen Euro. „Katholisch, evangelisch, nicht gläubig oder muslimisch: Wir schauen nur den Menschen an“, betonte Stipinovich. Ein Wort der Schwestern von der Göttlichen Vorsehung aufgreifend, wünschte der Geistliche: „Möge in diesem Hospiz immer Liebe Leiden lindern.“

Herzliche Grüße des Mainzer Bischofs Karl Kardinal Lehmann überbrachte dessen Generalvikar Dietmar Giebelmann. Er nannte das Hospiz „einen Raum, wo wir spüren, dass uns das Leben nicht genommen, sondern geschenkt wird“. Das Zauberwort laute „Zuwendung“, welche die Mitarbeiter geben sollten. Der Prälat: „In diesem Haus, das versprechen wir, wird niemand allein gelassen!“

Über Idee und Namen referierte Schwester Edelburga, Oberin des Ketteler-Krankenhauses. Sie erinnerte daran, dass die in den 90er Jahren geplante Palliativstation finanziell nicht zu stemmen war. Nach Übernahme der Klinik habe das Caritaswerk St. Martin in Mainz die Bitte um Einrichtung eines Hospizes wohlwollend unterstützt. Den Namen hat es von Fanny de la Roche (1812-1857), erste Oberin des von Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler gegründeten Ordens der Schwestern von der Göttlichen Vorsehung, die sich bei der Pflege Typhuskranker infizierte und starb. „Eine tapfere und demütige Frau“ nannte Edelburga sie.

Therapie, Pflege und menschliche Begegnungen wichtig

Auf die Namenspatronin geht auch der Leitspruch zurück, den die Hospizleitung gewählt hat: „Der Engel des Friedens und der Liebe möge Ihnen stets zur Seite sein.“ Leiterin Margarete Stirner machte deutlich, dass neben Therapie und Pflege menschliche Begegnung wichtig sei. Von Pflegedienstleiterin Angelika Heckenthaler erhielt sie einen Schutzengel. Und ehe Architekt Dieter Bugert den symbolischen Schlüssel übergab, bekamen die Besucher einige Fakten. Dank galt Großspendern, die 800.000 Euro zusagten: Georg-Dinges-Stiftung (50.000), Aktion Mensch (500.000) und Bistum Mainz (250.000). Dazu kamen 700.000 Euro Einzelspenden und Patenschaften (Jahresbeitrag 90 Euro) und 1,8 Millionen Eigenmittel. Dagegen kein Zuschuss der Stadt, die auch keinen Vertreter zur Eröffnung entsandte.

Dann konnten Neugierige in Augenschein nehmen, was nach der Kündigung des ursprünglichen Architekten – „wegen Planungsfehlern und gravierender Überschreitung der Baukosten“ – für dieses Geld geschaffen wurde. Die Einrichtung verfügt vorerst über acht Gästezimmer mit behindertengerechtem Bad, ein Angehörigenzimmer für zwei Personen, Wohnzimmer mit Küche und Terrasse und Besprechungsraum. Im ersten Stock liegen ein Raum der Stille für Gebet und Meditation sowie Räume für 14 Mitarbeiter (elf Stellen) und zehn Ehrenamtliche. Mit der ambulant arbeitenden Ökumenischen Hospizbewegung will man kooperieren, nicht konkurrieren. Einweihungsgottesdienst ist am Sonntag, 22. Juni, um 10 Uhr. Von 11 bis 17 Uhr schließt sich ein Tag der offenen Tür an. Am 1. Juli sollen die ersten Gäste einziehen.

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