„Signal für Prosperität“

Ehemaliges Golden Tulip vor Umbau

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Das ehemalige Golden Tulip am Kaiserlei wird runderneuert und im Spätsommer des nächsten Jahres wiedereröffnet.

Offenbach - Die Investoren aus Fernost sind sich sicher: „Die Chinesen werden künftig mehr reisen.“ Von Matthias Dahmer

Geht es nach den Managern des Hotel- und Touristikkonzerns New Century Tourism Group, ist vom Spätsommer des nächsten Jahres an ihr Fünf-Sterne-Haus am Kaiserlei erster Anlaufpunkt für in Frankfurt landende Gäste aus dem Reich der Mitte.

20 Millionen Euro spendiert der Hotelriese New Century, der zweitgrößte Chinas, für eine Runderneuerung des ehemaligen Golden Tulip. Nimmt man den Kaufpreis hinzu – er soll bei neun Millionen Euro liegen – so ist das für das Unternehmen, dessen Gewinn eigenen Angaben zufolge 2012 bei zwei Milliarden Euro lag, zwar eine überschaubare Summe. Doch für die Pleitestadt Offenbach hat diese Investition allemal erhebliches Gewicht.

Ansiedlung als Ehre für Offenbach

Entsprechend hofiert wurden die neuen Hoteleigner denn auch am Mittwoch im Rathaus: Der Amtskette tragende Oberbürgermeister Horst Schneider sah die Ansiedlung als Ehre für Offenbach und als Beweis dafür an, dass globale Ökonomie funktioniert. Das Hotel sei ein wichtiges Signal für ökonomische Prosperität.

IHK-Chef Alfred Clouth war überzeugt, dass die Investoren sich den richtigen Standort ausgesucht haben. Er sagte für die Kammer dem Projekt sämtliche Unterstützung zu.

Canrong Chen, Generalmanager von New Century, hob die Bedeutung der Investition für sein Unternehmen hervor. Nach mehr als 100 Hotels, die man in China erfolgreich betreibe, sei das Projekt am Kaiserlei das erste im Ausland. Es sei zugleich der Startschuss für den Ausbau des Hotelnetzes in Europa.

Gute Anbindung an den Frankfurter Fluhafen

Die Entscheidung für den Standort Kaiserlei ist vor allem wohl der guten Anbindung an den Frankfurter Fluhafen geschuldet. So heißt es in der Präsentation von New Century, man setze auf Hotels in der Nähe internationaler Flughäfen.

Auf einen weiteren Aspekt weist Offenbachs Wirtschaftsförder Jürgen Amberger hin: In der künftigen Nachbarschaft des Hotels befänden sich Niederlassungen großer Automobilfirmen wie etwa Mercedes. Chinesische Touristikunternehmen würden bei betuchten Kunden explizit damit werben, das fehlende Tempolimit auf deutschen Autobahnen zu nutzen, und im Reise-Paket auch schnelle Leihwagen anbieten.

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Welchen Einfluss die seit dem Jahre 1997 bestehende Partnerschaft Offenbachs mit der 350 Kilometer nordwestlich von Shanghai liegenden Stadt Yangzhou auf die Standortentscheidung gehabt hat, sei schwer zu beurteilen, meint Amberger. Der Hauptsitz von New Century liege 200 Kilometer südwestlich von Shanghai, doch die Städtepartnerschaft sei sicher ein Vehikel, um Offenbach in der Region bekannter zu machen.

Die New Century Tourism Group ist ein Investitions- und Touristikkonzern, zu dem auch Immobilien- und Bauunternehmen gehören. Hauptgeschäft ist jedoch das Hotelwesen. Mit seinen 22.000 Mitarbeitern, die sich auf mehr als 80 Unternehmen verteilen, zählt die Gruppe nach eigenen Angaben zu den „Top 500 Dienstleistungsunternehmen Chinas”.

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