Holiday Inn soll einziehen

City Tower wird Hotel

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Im gestern vorgestellten städtischen Flächenreport ist der City Tower noch als eine der Büro-Immobilien mit der größten Leerstandsquote verzeichnet. Die obere Hälfte des höchsten Gebäudes der Stadt soll aber kurz vor der Vermietung an die Hotelkette Holiday Inn stehen.

Offenbach - Es wäre ein Vertragsabschluss, der die Leerstandsbilanz der städtischen Wirtschaftsförderung kräftig verbessern würde: Nach bislang unbestätigten Infos will die Hotelkette Holiday Inn als Mieter in den City Tower einziehen. Von Matthias Dahmer

Das Unternehmen, heißt es, wolle 15 Millionen Euro investieren, um die obere Hälfte der 34 Geschosse umfassenden und insgesamt 140 Meter hohen Immobilie für Hotelzwecke auszubauen. Der Vermietung stehe nur noch ein letztes von den Eigentümern gefordertes Gutachten im Wege. Der City Tower, dessen Hauptmieter auf elf Etagen derzeit die weltweit tätige Beratungsfirma Capgemini ist, wurde 2003 fertiggestellt und zählte seitdem mit seinen zuletzt 13.000 Quadratmetern nicht vermieteter Bürofläche neben dem Haus der Wirtschaft (14.000 Quadratmeter) zu den größten Leerständen in der Stadt.

Offenbachs Wirtschaftsförderer Jürgen Amberger und Oberbürgermeister Horst Schneider halten sich gestern bei der Vorstellung des jährlichen Flächenreports äußerst bedeckt, was die sich abzeichnende frohe Botschaft angeht. Sie sprechen – ohne Objekt oder Standort zu nennen – lediglich von einer zu erwartenden „großen Vermarktung“.

Dabei würde der neue Mieter im höchsten Gebäude der Stadt Offenbach der Leerstandsquote bei Büroflächen gut tun. Die ist nämlich nach einem Rückgang Anfang des Jahres auf 126.000 Quadratmeter zum Jahresende auf 145.724 Quadratmeter oder 11,33 Prozent gestiegen, nachdem sie Ende 2011 bei 138.639 Quadratmetern gelegen hatte. Immerhin liegt man damit noch besser als Frankfurt, bemerkt Schneider. Dort beträgt die Leerstandsquote mehr als 13 Prozent.

Eine gegenläufige Tendenz

Verantwortlich für den anfänglichen Rückgang in Offenbach ist die Anmietung von 6.000 Quadratmetern im Omega-Haus am Kaiserlei durch die Helaba. Die Quote nach oben getrieben hat dagegen der Umstand, dass der Bund das ehemalige Gebäude des Wetterdienstes am Kaiserlei verkauft hat und der neue Eigentümer 17.000 Quadratmeter zur Vermietung anbietet.

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Grundsätzlich, sagt Amberger, sei eine gegenläufige Tendenz zu beobachten: Der Leerstand höherwertiger Büroräume habe abgenommen, der an einfachen Räumen dagegen zugenommen. Für den städtischen Wirtschaftsförderer zeigt sich damit, dass es für den Bürostandort kein erfolgversprechendes Konzept ist, einfache Büroräume immer günstiger am Markt anzubieten. Ziel müsse es sein, die Eigentümer solcher Objekte zur Renovierung zu bewegen. Was die Lager- und Produktionsflächen angeht, hat sich der Verkauf des Honda-Halle in der Waldstraße an das Obertshausener Unternehmen Holzland Becker positiv auf die Bilanz ausgewirkt. 18 500 Quadratmeter kamen so vom Markt.

Bilder von der beschädigten Fasade

Beschädigte Fassade am City-Tower

Bei den Einzelhandelsflächen macht unvermindert der nahezu konstante Leerstand von 12 600 Quadratmetern vor allem in der Innenstadt Sorgen. Die größten Bewegungen gab es durch die Vermietung von 1 200 Quadratmetern im ehemalige Gold-Pfeil-Haus an eine Anfang 2013 einziehende höherwertige Gastronomiekette sowie durch den Auszug des Intersport-Ladens aus der Ex-Kleider-Frei-Immobilie am Marktplatz, wodurch 1 000 Quadratmeter leer stehen.

Die Mietpreise bei Büroflächen sind in diesem Jahr an den größten Standorten Kaiserlei (Zone I) und Innenstadt (II) mit durchschnittlich 8,50 Euro pro Quadratmeter stabil geblieben. In den Außenbezirken (Zonen III bis V) ist ein Anstieg von jeweils einem Euro pro Quadratmeter zu verzeichnen. Grund: Dort, wo es wenig Leerstand gebe, seien sanierte beziehungsweise exklusive Liegenschaften auf den Markt gekommen, so Amberger.

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