Eröffnung für Ende 2015 geplant

Die Chinesen kommen

+
Die Balkone verschwinden, die Fassade wird neu gestaltet: Das ehemalige Golden Tulip soll erste Adresse für Reisende aus China werden.

Offenbach - Hotelriese aus dem Reich der Mitte baut das ehemalige Golden Tulip am Kaiserlei für 25 Millionen Euro um. Die Eröffnung der Herberge für gehobene Ansprüche ist für Ende 2015 geplant. Von Matthias Dahmer 

Das Offenbacher Kaiserleigebiet soll erste Adresse für Reisende aus dem Reich der Mitte werden. Der chinesische Hotel- und Touristikriese New Century Tourism Group (NCG), der im vergangenen Jahr das ehemalige Golden Tulip Hotel gekauft hat, will die 17-stöckige Immobilie bis Ende des nächsten Jahres zu einem Haus der Vier-Sterne-plus-Kategorie umbauen. Gestern übergab Oberbürgemeister Horst Schneider offiziell die Baugenehmigung an den künftigen Hotel-Manager Jianlin Dai.

Viel gegenseitiges Lob gab’s gestern bei der Übergabe der Baugenehmigung (von links): Sonja Stuckmann (Bauaufsicht), Jürgen Amberger (Wirtschaftsförderung), OB Horst Schneider und Hotelmanager Jianlin Dai mit Dolmetscherin.

Der Baustart ist für diesen Sommer geplant. NCG, die 118 Hotels in China betreibt, steckt insgesamt 35 Millionen Euro in ihr erstes Hotel in Europa. Zehn Millionen davon gingen als Kaufpreis an 168 Eigner, die das Golden Tulip als Eigentümergemeinschaft besessen hatten, die restlichen 25 Millionen werden in den Umbau investiert. Wie Projektmanager Michiel Illy erläuterte, wird die Fassade der seit 2009 leer stehenden Immobilie komplett neu gestaltet. Die bisherigen Balkonflächen sollen den insgesamt 221 Zimmern zugeschlagen werden, so dass diese jeweils 36 Quadratmeter groß sind – üblich sind in dieser Kategorie 28 bis 32 Quadratmeter. Um den Ansprüchen der Gäste gerecht zu werden, so Illy weiter, seien chinesische Innenarchitekten beauftragt worden. Bis hin zu den Seidentapeten werde vieles direkt aus China kommen. Insgesamt sei man darauf bedacht, in dem Haus eine authentische chinesische Atmosphäre zu schaffen.

Auch Konferenzraum und Parkhaus geplant

Die zweite Etage der mit dem Sheraton größten Offenbacher Herberge ist für ein Restaurant reserviert, das mit dem Anspruch eröffnen wird, zu den besten der Region zu zählen. Die Chefs in den drei Küchen werden aus China kommen, ebenso sollen die Schlüsselpositionen unter den 120 Arbeitsplätzen mit Landsleuten der Eigentümer besetzt sein. An der Rezeption etwa seien Deutsch, Englisch und Mandarin Voraussetzung, sagte NCG-Berater Jan Janssen. Ein Konferenzraum für bis zu 500 Teilnehmer sowie ein Parkhaus komplettieren das Angebot für die Gäste. Zu denen dürften vor allem auf dem Frankfurter Flughafen landende Chinesen zählen, die das Hotel als erste Anlaufstelle nutzen.

Alles zum Thema lesen Sie im Stadtgespräch

Für Oberbürgermeister Horst Schneider trägt das neue Hotel zur Attraktivität des Kaiserlei und der ganzen Region bei. NCG-Berater Jan Jannsen betonte, die Nachbarschaft sei froh über die Wiederbelebung dieser für Offenbach wichtigen Ecke. Zugleich lobte er die Zusammarbeit mit Bauaufsicht und Wirtschaftsförderung.

Das Lob gab Sonja Stuckmann, Chefin der Bauaufsicht, zurück: Die Zusammenarbeit mit NCG sei hoch professionell gewesen. Als der Bauantrag eingereicht worden sei, habe es fast nichts mehr zu klären gegeben.

Hotelmanger Dai, der seit November in der Offenbacher Innenstadt wohnt und fleißig Deutsch lernt, hob via Dolmetscherin hervor, die Stadt habe wie versprochen den Bauantrag in nur drei Monaten bearbeitet.

Reise: Die kuriosesten Fälle vor Gericht

Reise: Die kuriosesten Fälle vor Gericht 

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare