Erste Großstadt Hessens mit Tütenpflicht

Beispielgebend beim Kampf gegen Hundekot

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Cora weiß, wo Herrchen den Tütenspender findet.

Offenbach - Der „Haufen“ ist, gleich in welchem Quartier, Thema Nummer eins jeder Bürgerversammlung. Ob auf Beeten, im Park oder auf dem Gehweg: Hinterlassenschaften der Vierbeiner ärgern viele Menschen, besonders, wenn die stinkende Hinterlassenschaft am Schuh klebt.

Offenbach verpflichtet seit langem wie andere Kommunen alle Halter, die Haufen ihrer Hunde zu entfernen und in einen Abfallbehälter zu entsorgen.

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Dennoch: „Die Chance für die Ordnungskräfte, ein Herrchen in flagranti zu erwischen, ist begrenzt“, so Frank Weber, für Prävention und Sauberkeit zuständiger Abteilungsleiter sowie stellvertretender Leiter des Ordnungsamts. Deshalb verpflichtet die Stadt Halter, eine Tüte oder einen Beutel für die Ausscheidungen mitzunehmen, wenn der Hund ausgeführt wird. Weber: „Wer nichts dabei hat, Hundekot aufzulesen, wird in der Regel die unappetitlichen Hinterlassenschaften nicht beseitigen.“ Die Stadtverordnetenversammlung beschloss Ende 2007 eine entsprechende Änderung der Abfallsatzung. Offenbach führte als erste Großstadt in Hessen die Hundekottütenpflicht verbindlich ein. Inzwischen haben andere Städte ähnliche Regelungen verabschiedet.

Infoblätter an Hundehalter

Aber die Stadt setzt für mehr Sauberkeit nicht nur auf Druck. Bevor die ersten Strafen ausgesprochen wurden, verteilte das Ordnungsamt unentgeltliche Hundekotbeutel und Informationen – mit dem Stadtbetrieb ESO und der Stadtwerke-Holding, unterstützt von der Initiative „Besser leben in Offenbach“. Ausgabestellen sind Bürgerbüro, ESO und Stadtwache. Nach und nach stellte die Stadt an Orten, an denen Vierbeiner Gassi geführt werden, Beutelspender auf.

Die registrierten Hundehalter erhalten mit einem Anschreiben des Ordnungsdezernenten aktualisierte Informationsfaltblätter zu Angeboten und Regelungen rund um den Hund. Wiederholt wirbt Offenbach per Plakat an neuralgischen Punkten für die Tütenpflicht.

Mit gezielten Kontrollen und regelmäßigen Hundekontrolltagen werden seit Anfang 2008 beratungsresistente Gassigeher nicht nur an ihre Pflichten erinnert. Führen sie kein „Hundesackerl“ mit, müssen sie zahlen. Bei den Kontrollen kennen mittlerweile nahezu alle Halter die Regelung; die meisten können tatsächlich ein Beutelchen vorzeigen. Um das vorbildliche Verhalten dieser Hundehalter zu würdigen, gab es in diesen Fällen Leckerlis als Belohnung für den Vierbeiner.

15 Euro Verwarngeld

Dass die Beutel benutzt werden, zeigt ein Blick in die Abfallbehälter der Grünanlagen: Sie sind oft prall gefüllt mit Hundekotbeuteln nebst Inhalt. „Es zeigt sich, dass die bisherige politische Linie sinnvoll ist und Erfolg hat“, so der zuständige Stadtrat Felix Schwenke. „Daher wird sie von mir konsequent fortgeführt.“

Die Stadt will weiter auf Information, Sensibilisierung und Kontrolle setzen. Zur Erinnerung: Wer beim Gassigang kein Beutelchen dabei hat, muss 15 Euro Verwarngeld berappen. Wer den Haufen liegen lässt, hat ein Bußgeld von 75 Euro zuzüglich Verwaltungsgebühren zu zahlen.

Hinweise auf übermäßig verschmutzte Stellen oder rücksichtslose Hundehalter nimmt das Ordnungsamt über die Müllhotline Tel.:  069/8065-4747 entgegen.

mt

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