OB Schwenke

IAA-Aus für Frankfurt: Firmen in Offenbach waren ohnehin Stiefkinder des Verbands der Automobilindustrie

IAA Frankfurt - Volkswagen Group Night
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Archivbild von der IAA Frankfurt

Die Entscheidung des Verbands der deutschen Automobilindustrie, die IAA nicht mehr in Frankfurt stattfinden zu lassen, hat der Offenbacher Oberbürgermeister Felix Schwenke als „bedauerliche Nachricht ohne Wenn und Aber für den gesamten Wirtschaftsstandort Rhein-Main“ bezeichnet.

Offenbach – In Offenbach sei vor allem Automobilindustrie ausländischer Hersteller vertreten. Aus seinen Gesprächen mit den Unternehmen wisse er, „dass diese vom Verband der deutschen Automobilindustrie in der Vergangenheit – um es freundlich auszudrücken – nicht unbedingt hofiert wurden“. Für Offenbach, so der SPD-Politiker, entstehe also zumindest kein kurzfristiges Problem.

IAA: Automobilmesse in der eigenen Region grundsätzlich positiv

Dennoch sei eine große Automobilmesse in der eigenen Region grundsätzlich positiv zu bewerten. Und die Region Frankfurt/Rhein-Main sei Mobilitätshauptstadt Deutschlands. So verfüge Frankfurt/Rhein-Main über den wichtigsten Bahnknoten, das größte Autobahnkreuz, den größten Flughafen und den größten Internetknoten. Schwenke: „In unserer Region findet die Mobilität von heute und von morgen statt. Unsere Region wäre daher der richtige Platz gewesen, um die Automobilindustrie fit für die Zukunft zu machen.“ Dies sei aber keine Angelegenheit, die dadurch entschieden werde, ob ein Oberbürgermeister einmal in einer nicht gehaltenen Rede einen kritischen Satz äußere.

Grundsätzlich stellt das Offenbacher Stadtoberhaupt fest, dass die Automobilindustrie Entscheidungen ausschließlich auf der Basis „harter, legitimer ökonomischer Interessen“ treffe. Sie habe zu Recht erkannt, dass ihr altes Konzept nicht mehr funktioniere. Nach Schwenkes Einschätzung haben die Organisatoren der Autoschau für den dringend nötigen Neuanfang der IAA auch ein Symbol gesucht. „Dass dieses Symbol jetzt der Ortswechsel ist, ist ärgerlich. Wichtiger als ein neuer Ort sind neue Inhalte“, stellt Schwenke fest.

IAA: Entscheidung hat Auswirkungen bis in die Offenbacher Hotel- und Gastronomiebranche

Natürlich bedeute so eine Entscheidung auch Auswirkungen bis in die Offenbacher Hotel- und Gastronomiebranche. Ein kleiner Trost sei, dass die Messe ohnehin nur alle zwei Jahre stattfand. Schwenke schließt sein Statement humorvoll: „Da wir Offenbacher den Kampf mit Rückschlägen sozusagen mit der Muttermilch aufsaugen, bin ich hoffnungsfroh, dass wir das gestemmt bekommen. Den Kollegen der Frankfurter Messe wünsche ich in dem immer härter und kleiner werdenden Markt des Messegeschäftes ganz ernsthaft viel Erfolg.“  

mic

Dass Frankfurt beim Wettrennen um die Internationale Automobilausstellung (IAA) schon in der ersten Runde ausscheidet, hat auch in und um Offenbach niemand erwartet. Das sagt die IHK Offenbach dazu.

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