Idealer Platz für Kultur- und Kreativwirtschaft

Offenbach - Beim „3. Kulturfrühstück, Kultur in Deutschland“ der FDP-Bundestagsfraktion sollte das Thema „Kultur- und Kreativwirtschaft“ behandelt werden. Für eine solche wäre laut Bundestagsmitgliedern Dr. Heinrich Kolb und Hans-Joachim Otto in der Rhein-Main-Region der ideale Platz. Von Ernst Buchholz

Das Podium war passend besetzt: Eva Dude als Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer Offenbach, Katja M. Schneider als Malerin und freie Künstlerin, Professor Bernd Kracke, Präsident der Hochschule für Gestaltung, Dr. Stefan Soltek, Leiter des Klingspormuseums, Dr. Robert Winterhagen, Stadtplaner und Mitautor der Studie „Frankfurt für alle“ und nicht zuletzt Hans- Joachim Otto bemühten sich unter Leitung von Offenbachs Kulturforums-Chef Dr. Ralph Philipp Ziegler, das Thema in Griff zu bekommen.

In seinen einleitenden Thesen setzte Otto den Rahmen: Es gehe um die Region Rhein-Main, in der Offenbach als Kreativzentrum eine ebenso gewichtige Rolle spiele wie Frankfurt, nicht um kleinliche Eifersüchteleien. Er definierte Kulturwirtschaft als staatlich subventionierte Sparte, die Kreativwirtschaft hingegen als sich weitgehend selbst finanzierende Wirtschaftsform. Beide Sparten seien nicht das „Sahnehäubchen“ unserer Gesellschaft, sondern auch wirtschaftlich ein wichtiger Beitrag zur Finanz- und Beschäftigungspolitik. Otto warnte vor den Folgen der Finanzkrise, die sich erst 2010 voll auf die Öffentlichen Haushalte durchschlagen werde.

Die anschließende Podiumsdiskussion brachte die unterschiedlichen Meinungen von Kulturschaffenden und Wirtschaft zur Sprache. Die IHK versteht sich als beratendes Gremium zur Existenzgründung und als Brücke zur Wirtschaft, auch zu Sponsoren. Für die Förderung gibt es eine Reihe von Kriterien, die eingehalten werden müssen, Finanzierungspläne zum Beispiel.

Die HfG plädiert laut ihrem Präsidenten Kracke für ein Sowohl-als-auch: Nicht alle begabten Studenten können in der Region bleiben. Man ist auch stolz auf diejenigen, die bis Berlin, Paris oder New York kommen. Gleichzeitig gibt man aber auch Kurse in wirtschaftlichem Handeln.

Künstlerin Schneider erklärt, ihren Lebensunterhalt nicht mit dem Malen verdienen zu können, sondern sie gehe wie viele ihrer Kolleginnen und Kollegen an die Schule, an die Vhs und andere Institutionen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Dr. Stefan Soltek wünscht sich, dass mehr Leute in sein Museum kämen.

Als der Abgeordnete Otto den Begriff Kreativitätswirtschaft erweitert auf Computersoftware und -spiele, reagiert der Leiter des Klingspormuseums schockiert. Das Publikum hingegen spendet Applaus. Im Unterschied zur Kulturwirtschaft sind solche Bereiche laut Otto auch in das Konzept einzubeziehen.

Die Hinweise aus dem Publikum auf die gemeinsame Strahlkraft Offenbachs und Frankfurts in kulturellen Aktivitäten sowie auf die Rolle zu Ausbildung und Bildung fasst Hans-Joachim Otto abschließend in dem Appell zusammen, die Kräfte der Region zu bündeln. Das Rhein-Main-Gebiet muss sich auf seine gemeinsame Kraft besinnen, um weltweit im Konkurrenzkampf mit den anderen Metropolen bestehen zu können.

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