Ideales Jahr für den Mais

+
Auf weit über drei Meter ist der Mais an der Schlossmühlstraße geschossen und überragt die 1,70 Meter große Redaktionspraktikantin Karen Grass deutlich.

Offenbach - Der Mann staunt über die grüne Pracht, die an der verlängerten Schlossmühlstraße gedeiht. „Das wächst ja aberwitzig!“, meint er. Auch anderen Bieberern ist unheimlich, in welche Höhen der Mais auf den Feldern ihres Stadtteils vorstößt: Das kann doch wohl nicht mit rechten Dingen zugehen, oder? Von Thomas Kirstein

Alles ganz natürlich, sagt Martin Bauer, der den Riesen-Mais angepflanzt hat und auch schon selbst mit dem Verdacht konfrontiert wurde, da müsse doch Gentechnik im Spiel sein. Er kann’s entkräften: Es handelt sich um eine großwüchsige Sorte von „stinknormalem Silomais“, der zur Verarbeitung in einer Biogas-Anlage vorgesehen ist; freilich könnten dessen Stängel nicht derart aufwärts streben, wenn dieses Jahr nicht ideales Mais-Wetter herrschte: Feuchtigkeit und Wärme treiben ihn nach oben. 3,40 Meter erreicht Martin Bauers Mais im Durchschnitt, in guten Lagen seiner Felder sind es bis zu vier Meter. Wäre es trockener, käme auch diese Sorte nur auf zwei Meter.

Dieses Jahr ist ein Glücksfall für den Mais“, bestätigt Ortslandwirt Michael Kaiser aus Rumpenheim. Sein Bieberer Kollege Bauer hatte den richtigen Riecher, als er sich entschloss, für die in Mühlheim geplante Biogas-Anlage Mais anzupflanzen. Dass es mit der so schnell nichts wird, muss Bauer nicht jucken. Vermutlich werden die von den Landwirten angelieferten Mengen zwischengelagert. Bauer hat einen Fünfjahresvertrag, in dem ihm die Abnahme des Ertrags von jeweils fünf Hektar - geschätzte 240 Tonnen - garantiert ist. Da er sich seinerzeit des Wetters aber nicht sicher sein konnte, säte er vorsorglich auf acht Hektar aus. Für ihn ist Biomasse-Mais auch willkommene Alternative für den notwendigen Fruchtwechsel auf den Getreidefeldern.

Kommentare