Idee für Mission Olympic

Muskeln ziehen Motorschiff

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Zieh! Manuela Damm, Manfred Reißmann, Petra Schlachter, Alexander Knöß, Jürgen Weil, Detlef Reissmann und die Männer der MS Catwalk packen’s an.

Offenbach - Wer als Erster die Idee hatte, weiß niemand mehr genau. Entstanden ist sie im Kreis der fünf Offenbacher Rudervereine. Von Markus Terharn

Wenn es am Samstag, 7. September, darum geht, dass sich die Stadt gegen Bocholt durchsetzt, wollen Offenbacher Ruderverein (ORV), Wassersportverein (WSV) 1926, Undine, Hellas und SG Wiking ihren Beitrag leisten.

„Erst wollten wir ein Feuerwehrboot aus Frankfurt ziehen“, erzählt Manuela Damm vom WSV, die diese Aktivitäten koordiniert. „Dann haben wir gedacht: Auf einem Partyboot ist mehr Bewegung.“ So sprachen die Ruderer den Frankfurter Club King Kamehameha an. Der betreibt den Strand auf der Offenbacher Hafeninsel, wo regelmäßig die MS Catwalk ablegt. Vorteil: „Die Mitwirkenden der Zumba-Fete an Bord werden mitgezählt“, sagt Damm.

Und das dürften so etliche sein. Drei Etagen besitzt das Schiff, allein an Deck ist Platz für 400 Tänzer. Stolze 47 Meter in der Länge und 9,5 Meter in der Breite misst der Kahn, der es auf eine Wasserverdrängung von 300 Tonnen bringt. Getrieben wird er von einem Dieselmotor mit 650 PS. Ein 30-Kilowatt-Bugstrahl erlaubt seitliche Manöver bei Ab- und Anlegen und hält den Rumpf vom Ufer fern.

Mission Olympic: Offenbach wird sportlich

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„Das ist wichtig für unser Vorhaben“, erklärt Manuela Damm. So soll’s ablaufen: In Höhe Mainuferparkplatz hält die Catwalk mit Motorkraft die sogenannte Nullstellung – um die Strömung auszugleichen. Gezerrt wird „zu Tal“, also flussabwärts. Rechnung der Ruderer: Zunächst gilt es den Pott in Bewegung zu bringen. Ist er erst einmal ins Rollen gekommen, wird alles leichter, hofft Damm.

Angesetzt ist der Zeitraum zwischen 15.30 und 16.30 Uhr. Geschafft werden sollen mindestens 47 Meter, eine Schiffslänge, maximal stehen 150 Meter zur Verfügung. Die Vereinsvertreter halten es für realistisch, das Schiff von der Stelle zu kriegen; das glaubt auch Kapitän Peter Vesely. Seine Anregung, die Catwalk per Ruderboot zu schleppen, verwarfen sie allerdings. „Dafür sind uns unsere Boote zu kostbar“, wehrt Damm ab.

Symbolische Idealvorstellung ist, dass sich 155 Aktive beteiligen, einer für jede der in Offenbach vertretenen Nationen. Viele dürften aus den beteiligten Rudervereinen kommen. „Es kann sich aber jeder melden oder spontan mitmachen“, betont Damm.

Noch suchen die Organisatoren ein Seil, 150 Meter lang, 24 Millimeter Durchmesser (die Trosse im Bild ist 36 Millimeter dick), drei Tonnen Bruchlast. „Wenn wir nur 100 Meter Seil haben, müssen sich die Leute abwechseln“, sieht Damm kein Problem. Sie selbst kann zu ihrem Leidwesen nicht mithelfen: Als aktive Sportlerin ist sie beim Varese Masters in Norditalien eingespannt. „Ich wäre supergern dabei gewesen“, beteuert sie.

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Der Grünstreifen am Ufer dient als Sicherheitsabstand, „falls der Bugstrahl etwas heftiger zum Einsatz kommt“, erläutert Damm. Auch könnte der Rasen rutschig sein. Daher stemmen die starken Männer und Frauen ihre Füße auf dem Radweg ein. „Für alle Fälle ist selbstverständlich ein Boot der DLRG oder der Feuerwehr da“, versichert die Koordinatorin.

Zwischen 15 und 18.45 Uhr können Passanten oder Anwohner ihre Kräfte an einem von zehn Ruder-Ergometern auf dem Parkplatz erproben. Angestrebt sind rechnerische 550 Kilometer: Das ist die Entfernung nach Berlin, wo Offenbach die 50.000 Euro Siegprämie abholen will...

Weitere Wasseraktivität ist die Funzelregatta am Freitag, 6. September. In der Dämmerung, von 21 bis 23 Uhr, dümpeln Segel-, Ruder-, Motor-, Drachen- oder auch Schlauchboote und Kanus zwischen Schleuse und Bürgel auf dem Main. Rundumlicht ist Pflicht – festlich-verrückte Schmuckbeleuchtung die Kür!

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