Neugestaltung

Was passiert mit dem Areal Bismarckstraße? Stadt plant Ideenwettbewerb

An die weiße Brandmauer (links) wird ein Wohnhaus gebaut, das flache Gebäude rechts wird abgerissen.
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An die weiße Brandmauer (links) wird ein Wohnhaus gebaut, das flache Gebäude rechts wird abgerissen.

Die Stadt Offenbach will den „Schandfleck“ der Stadt, die Bismarckstraße 118, neu gestalten. Dafür soll es einen Ideenwettbewerb für Planungsbüros geben.

Offenbach - Der Bereich an der Bismarckstraße gegenüber der altkatholischen Christuskirche und in Nachbarschaft des Busbahnhofs gehört zu den etwas „vergessenen Bereichen“ der Stadt: Schmierereien an den Wänden dominieren hier, Aufenthaltsqualität ist kaum vorhanden. Das soll sich ändern, denn die Stadt will einen Ideenwettbewerb für das Grundstück Bismarckstraße 118 und das gegenüberliegende Areal ins Leben rufen.

Wie genau das Areal später einmal aussehen soll, werden Planungsbüros in dem Wettbewerb ausarbeiten, doch von der Stadt gibt es zumindest drei Grundbedingungen: So soll direkt an die weiße Brandmauer des benachbarten Gebäudes ein neues Wohnhaus gebaut werden, das man als gemeinschaftliches Wohnenprojekt nutzen möchte. Außerdem ist geplant, das kleinere ehemalige Firmengebäude, das von einem Zaun umgeben ist und zuletzt als Stadtteilkiosk genutzt wurde, abzureißen, damit ein neuer Platz entstehen kann. Und das bisher kaum von der Straße aus wahrnehmbare historische Stellwerk an der Bahnlinie soll besser sichtbar und für eine teilöffentliche Nutzung vorbereitet werden.

„Wir wollen mit dem Wettbewerb einen Bereich angehen, der es dringend nötig hat“, sagt Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß. Bereits 2018 hat die Stadt das Grundstück und später auch das historische Stellwerk erworben. „Durch das Städtebauprogramm Sozialer Zusammenhalt können wir es nun im Zuge des Wettbewerbs aufwerten“, sagt Tobias Kurtz, Fachreferent für Stadtentwicklung.

Wettbewerb in Offenbach: Was kommt an die Bismarckstraße 118?

Für den Neubau des Wohnhauses stehen rund 250 Quadratmeter Fläche zur Verfügung, laut Kurtz will man sich bei der Höhe an dem Nachbargebäude mit vier bis fünf Geschossen orientieren. Mit der Gemeinnützigen Baugesellschaft (GBO) wird ausgelotet, wie gemeinschaftliches Wohnen dort realisiert werden kann. Welche öffentliche Nutzung im Stellwerk möglich ist, muss noch geklärt werden. „Das ist zwar etwas verwinkelt im Inneren, aber ich bin sicher, wir werden gute Ideen dafür erhalten“, sagt Weiß.

Das Wettbewerbsgebiet umfasst insgesamt eine Fläche von 7500 Quadratmetern und erstreckt sich sowohl auf die nördliche Seite der Bismarckstraße als auch auf einen Teil des Busbahnhofs. „In die Umsetzung kommt erst einmal nur das Grundstück Nummer 118, aber wir wollen ein ganzheitliches Konzept für das komplette Gebiet“, sagt Kurtz. Denn der Busbahnhof ist auch im Masterplan als überdimensioniert beschrieben, eine Neuplanung mit Anschluss an den künftigen Platz ist daher vorgesehen.

Das historische Stellwerk soll sichtbar und zugänglich gemacht werden.

Offenbach: Kulturveranstaltungen in ehemaligem Bunker?

Ebenso soll ein weiterer Schandfleck, die kleine Grünanlage samt dem beschmierten Bunker, eine Planung zur künftigen Neugestaltung erhalten. Die heruntergekommene Anlage, die von der Groß-Hasenbach-Straße geteilt wird, war Teil eines ehemaligen jüdischen Friedhofs und fällt seit Jahren eher durch Vermüllung als durch Aufenthaltsqualität auf. Der Bunker wird derzeit als Lager für das Kulturmanagement und für eine Kita verwendet. „Wir wollen versuchen, auch für den Bunker in Zukunft eine sinnvolle Nutzung zu finden“, sagt Kurtz, eventuell könne man das Erdgeschoss für Kulturveranstaltungen herrichten.

Über das Förderprogramm sind Kosten in Höhe von 110. 000 Euro für den Wettbewerb geplant, das Preisgeld wird voraussichtlich um die 50 .000 Euro betragen. Wenn die Stadtverordnetenversammlung in der kommenden Woche grünes Licht für das Vorhaben gibt, könnten ab Mai Vorschläge eingereicht werden und im Herbst der Siegerentwurf feststehen. Ab dem nächsten Jahr könnte dann die Umsetzung der Pläne beginnen. (Von Frank Sommer)

Die Bismarckstraße in Offenbach war zuletzt 2020 in aller Munde, als ein Student die Petition zur Umbenennung der Bismarckstraße nach Rapper Haftbefehl gestartet hatte. Mit Otto von Bismarck wird in Offenbach der Falsche geehrt, findet der Initiator.

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