IG Metall: Signal an „manroland“-Kunden nötig

Offenbach - Die IG Metall rät dem Unternehmen „manroland“ sich schnellstmöglich an seine Kunden zu wenden. Es sei wichtig, diese zu informieren, dass die großen Bogendruckmaschinen weiter in Offenbach gebaut werden. 

Die IG Metall dringt in der „manroland“-Pleite auf eine dynamische Fortführung des Werkes in Offenbach. Es gebe weltweit eine größere Anzahl treuer Kunden, die schnell ein Signal erhalten müssten, dass die großen Bogendruckmaschinen weitergebaut würden, sagte der Frankfurter IG-Metall-Bezirkschef Armin Schild heute der Nachrichtenagentur dpa.

In intensiven Gesprächen könnten schnell Bestellungen und daraus folgend Gewinne erwirtschaftet werden, die wiederum sofort in die Modernisierung des Standortes reinvestiert werden müssten. Das künftig eigenständige Werk müsse sich auf das Kerngeschäft der Bogendruckmaschinen für große Verpackungen konzentrieren, sagte Schild.

Weltweit rund 3000 Kunden

Der Kreis von weltweit 3000 Kunden sei überschaubar. „Für viele Kunden ist der Umstieg auf ein Konkurrenzprodukt mit einem hohen Risiko verbunden, so dass schnell klar gemacht werden muss, dass es weiterhin neue Roland-Maschinen geben wird.“ Diese Überlegung sei Kern des von der IG Metall gemeinsam mit externen Beratern entwickelten Fortführungskonzepts, das in die neue Firma in Offenbach eingebracht werden solle.

Zusätzlich könne die Gießerei auch für externe Kunden tätig werden. Das neu zu gründende Unternehmen benötige eine Investor, eine Landesbürgschaft und Zugriff auf die notwendigen Patente, sagte Schild. Am Montag hatte Insolvenzverwalter Werner Schneider klargemacht, dass nur noch 824 Manroländer weiterbeschäftigt werden könnten. Schneider selbst will in die neue Firma einsteigen, um später Platz für einen externen Investor zu machen.

Ohne Abfindung und sechs Monate in eine Transfergesellschaft

Heute sollten 970 nicht mehr benötigte Angestellte ein Angebot erhalten sollen, ohne Abfindung für höchstens sechs Monate in eine Transfergesellschaft zu wechseln. Dort sollen die Leute qualifiziert und vor der Arbeitslosigkeit in andere Jobs vermittelt werden. Die IG Metall sei mit der Dauer der vereinbarten Transfergesellschaft nicht zufrieden, erklärte Schild. Rechtlich wären bis zu zwölf Monate möglich gewesen.

Alles zur Krise des Unternehmens „manroland“ lesen Sie im Stadtgespräch

Die sechs Monate seien zwar finanziell abgesichert, doch nun gehe es darum, weitere Mittel für diejenigen zu akquirieren, die nach sechs Monaten noch keinen Job gefunden hätten. Infrage kämen EU-Gelder aus dem Europäischen Globalisierungsfonds, für die „manroland“ eine Vielzahl der formalen Voraussetzungen erfülle. In diesem Zusammenhang kritisierte Schild die hessische Landesregierung, die es versäumt habe, in Brüssel entsprechende Vorklärungen zu treffen: „Jetzt wird nach einem Netz gesucht, während das Kind im freien Fall in den Brunnen ist.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare