Stabilisierung auf Arbeitsmarkt

IHK: Kein Aufschwung in Offenbach

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Symbolbild

Offenbach - Nach einem optimistischen Start ins Jahr 2013 stagniert die Stimmung der Wirtschaft in Stadt und Kreis Offenbach. Der Konjunkturklimaindex der Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach liegt mit 112,9 Punkten geringfügig über dem Wert der vorherigen Umfrage von 112,1 Punkten.

 „Ein konjunktureller Aufschwung ist damit noch nicht in Sicht“, erklärte IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Weinbrenner. „Trotzdem, die Zuversicht der Unternehmen in Stadt und Kreis Offenbach wächst leicht.“ Rund 83 Prozent schätzten ihre künftige wirtschaftliche Lage als gleich bleibend bis besser ein. Insbesondere der Industriesektor lege erneut zu und gebe die beste Einschätzung seit zwei Jahren ab. Dennoch spiegele sich die gute wirtschaftliche Verfassung nicht in den Investitionsplänen wider, berichtete Weinbrenner. Insgesamt wolle die regionale Wirtschaft Investitionen senken. Auf dem Arbeitsmarkt sei mit einer Stabilisierung zu rechnen, wenn auch mit weniger Neueinstellungen. 87 Prozent der Unternehmen planten mit gleich bleibendem oder mehr Personal, 13 Prozent wollen Arbeitskräfte abbauen.

„Hinsichtlich der kommenden Monate zeigt sich die Wirtschaft in der Region positiv gestimmt“, erläuterte Weinbrenner. „Rund 83 Prozent der Unternehmen rechneten mit einer gleich bleibenden bis besser werdenden Entwicklung der Auftragslage. Bei den Firmen mache sich zunehmend die Hoffnung breit, dass die konjunkturelle Entwicklung im Jahresverlauf an Schwung gewinne. „Während die Erwartungen an die zukünftige Geschäftslage vor allem bei Investitionsgüterproduzenten, Einzelhandel und unternehmensbezogenen Dienstleistern kräftig zugelegt haben, überwiegt im Großhandel und im Finanz- und Versicherungsgewerbe die Skepsis“, erklärte Weinbrenner.

Investitionsbereitschaft der Unternehmen hat abgenommen

Trotz günstiger Kredite habe die Investitionsbereitschaft der Unternehmen abgenommen. „Rund ein Viertel aller befragten Betriebe geben an, ihr Investitionsbudget in den kommenden Monaten zu reduzieren. 57 Prozent planen mit gleich bleibenden, 17 Prozent mit mehr Investitionen. Im Großhandel, bei den Industriebetrieben und im Baugewerbe zeichnet sich ein besonders starker Rückgang der Investitionsbereitschaft ab“, berichtete der IHK-Chef. Zudem bekommen die Betriebe in Stadt und Kreis Offenbach die weltweit gedämpfte Auslandsnachfrage zu spüren. „Der exportorientierte Industriesektor erwartet nach hohen Auftragseingängen zu Jahresbeginn nun weniger im Ausland abzusetzen“, berichtete der IHK-Hauptgeschäftsführer. „Das Exportvolumen bewegt sich dennoch auf gutem Niveau. Nur jedes zehnte der international tätigen Unternehmen geht von fallenden Exporterträgen aus.“

Die Einzelhändler schätzten ihre momentane Lage nicht mehr ganz so gut ein wie zu Anfang des Jahres. In der Summe seien es aber immer noch annähernd 78 Prozent die von guten bis befriedigenden Geschäften sprechen, so Weinbrenner. Der Einzelhandel scheine hohe Erwartungen an das Konsumklima in der Region zu haben und vertraue auf den Verbraucher. Die gute Stimmung spiegle sich auch in der Personalplanung wider. 22 Prozent wollten mehr Beschäftigte einstellen, nur elf Prozent Mitarbeiter entlassen.

Großhändler sind skeptisch

Unterdessen gerät der Großhandel unter Druck. „Die zu Jahresbeginn noch optimistischen Erwartungen sind leider nicht zur Realität geworden - die Stimmung im Großhandel kippt“, erklärte Weinbrenner. „Das ist auf die aktuelle Geschäftslage, aber insbesondere auf die Erwartungen zurückzuführen“, berichtete der IHK-Chef. Die Skepsis bezüglich der kommenden Monate sei groß, 26 Prozent der Befragten erwarten „eher ungünstigere“ Geschäfte, nur 19 Prozent „eher günstigere“. Die größte Sorge mache den Großhändlern dabei ein mögliches Ausbleiben der Binnennachfrage (78 Prozent).

Im Dienstleistungsgewerbe habe sich die konjunkturelle Lage insgesamt aufgehellt und liege auf einem soliden Niveau, berichtete Weinbrenner. Es ergebe sich aber ein heterogenes Bild: Das Verkehrsgewerbe bewerte seine derzeitige Geschäftslage als gut, blicke aber weitaus weniger optimistisch in die Zukunft als noch zuletzt, erklärte der Hauptgeschäftsführer der IHK. Im Kredit- und Versicherungsgewerbe vergrößere sich der Anteil der Skeptiker über die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung. Die Stimmung im Gastgewerbe sei weiterhin verhalten. Der Blick auf die kommenden zwölf Monate sei aber deutlich optimistisch, 46 Prozent erwarteten bessere Geschäfte, nur zwölf Prozent schlechtere. 

ku

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