IHK-Umfrage zum Standort

Klagen über Internetangebot

Offenbach - Die Unternehmen in Stadt und Kreis Offenbach sind mit dem Standort weitgehend zufrieden. Allerdings klagen sie über die Versorgung mit schnellem Internet. Von Marc Kuhn 

„57 Prozent der Unternehmen haben die Region Offenbach mit sehr gut bis gut bewertet“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach, Markus Weinbrenner, gestern bei der Vorstellung einer Standortumfrage. „Nur neun Prozent sind unzufrieden und erteilen ihrer Standortkommune ein mangelhaftes oder gar ungenügendes Urteil.“ Die Mehrheit der Unternehmen sei der Meinung, dass sich die Standortbedingungen in den vergangenen fünf Jahren zum Positiven entwickelt hätten. 38 Prozent gehen allerdings davon aus, dass sich die Rahmenbedingungen verschlechtert haben, wie Weinbrenner weiter erklärte.

Die überwiegende Mehrheit der Firmen in der Region messe schnellen und leistungsfähigen Internetanschlüssen eine große Bedeutung bei, fügte IHK-Geschäftsführer Frank Achenbach hinzu. In der Stadt Offenbach ist nur etwa ein Viertel der Befragten unzufrieden mit den aktuellen Anschlüssen. Im Kreis sind es dagegen fast 40 Prozent. Und 20 Prozent bezeichnen das Angebot lediglich als befriedigend. Mit dem aktuellen Internetanschluss zufrieden sind Firmen in Offenbach, Neu-Isenburg und Mühlheim. Klagen kommen aus Rödermark und Mainhausen. Die übrigen Kommunen liegen im Mittelfeld. Achenbach sprach von dringendem Handlungsbedarf - kreisweit. Weinbrenner forderte den schnellen und flächendeckenden Ausbau der Breitbandversorgung mit einem Fokus auf die Gewerbegebiete.

29 Faktoren entscheiden

Die IHK hat erstmals Mitgliedsunternehmen zum Standort befragt. 29 Faktoren gehören zu der Untersuchung, bei der es um ihre Bedeutung und Zufriedenheit der Firmen geht. Die Ergebnisse der Untersuchung seien mit Bürgermeistern und Wirtschaftsförderern der Kommunen besprochen worden, berichtete Achenbach. Er sprach von „sehr fruchtbaren Gesprächen“. Die Ergebnisse sollten in die Projekte „Masterplan Stadtentwicklung Offenbach“ und „Wirtschaftsförderungskonzept Kreis Offenbach“ einfließen, erläuterte Weinbrenner.

„Im Themenbereich der Flächen und Kosten wird ersichtlich, dass insbesondere die Standortfaktoren ,Gewerbesteuerhebesatz‘ und ,Kosten für Wasser, Abwasser, Abfall‘ eine hohe Bedeutung für die Unternehmen haben, die Zufriedenheit aber gering ist“, berichtete Achenbach. „Die höchste Zufriedenheit erzielt die Verfügbarkeit von Gewerbeimmobilien.“

Die Anbindung an den Flughafen und an das Fernstraßennetz erhalte in fast allen Kommunen eine hervorragende Beurteilung , erläuterte der IHK-Geschäftsführer weiter. Ebenfalls positiv werde in den meisten Gemeinden die Anbindung an die S-Bahn und den sonstigen Öffentlichen Nahverkehr beurteilt. Handlungsbedarf werde von den Unternehmen beim baulichen Zustand der Verkehrsinfrastruktur und der Leistungsfähigkeit der innerörtlichen Verkehrsinfrastruktur gesehen, sagte Achenbach.

Zufriedenheit bei Verfügbarkeit von Arbeitskräften

In der Rubrik „Arbeitsmarkt und Bildung“ zeigten sich die Unternehmen noch zufrieden mit der Verfügbarkeit von Arbeitskräften und den Kooperationsmöglichkeiten mit Schulen, Hochschulen und Berufsakademien. „Eindeutig am wichtigsten ist die Verfügbarkeit von beruflich Qualifizierten“, so Achenbach. „Jedoch kann hier keine hohe Zufriedenheit erreicht werden, ebenso problematisch wird die Verfügbarkeit von geeigneten Auszubildenden eingeschätzt.“ Verbesserungswürdig seien das Image von Stadt und Kreis Offenbach sowie die Profilierung als Wirtschaftsstandort innerhalb der Metropolregion.

Die IHK fordert die Attraktivität der Region als Wirtschafts- und Wohnstandort zu steigern. Deshalb dürfe es keine weiteren Erhöhungen von kommunalen Gebühren und Steuern geben, verlangte Weinbrenner. Sonst werde die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Standorten geschwächt.

Die Köpfe der Wirtschaft in Stadt und Kreis Offenbach

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Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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