23.000 Euro Bußgeld verhängt

Ordnungsamt geht rigoros gegen illegale Müllablagerungen vor

Offenbach - Bodenfliesen, die am Waldweg abgeladen werden, Teppichreste, die an der Litfaßsäule lehnen, Altkleider, die im Gebüsch liegen – und das alles über Nacht. Das Ordnungsamt geht mittlerweile rigoros gegen illegale Ablagerungen vor. Dabei setzt es auf die Aufmerksamkeit aller Bürger.

Solche illegalen Müllhaufen sorgen immer wieder für Unverständnis und Ärger bei den Bürgern. Schließlich bietet Stadtdienstleister ESO mit Sperrmüllterminen für eine kostenlose Entsorgung. Felix Schwenke hat jedenfalls keiner Verständnis für Müllsünder. „Illegale Ablagerungen sind verboten und werden, egal ob durch Unkenntnis oder Bequemlichkeit erfolgt, mit erheblichen Bußgeldern geahndet“, sagt der Der Ordnungsdezernent. Voraussetzung sei, dass die Verantwortlichen ermittelt werden können.

Im vergangenen Jahr konnte die Stadt in 82 Fällen Verwarn- und Bußgelder gegen Müllsünder in Höhe von mehr als 23.000 Euro erlassen, rechnet Frank Weber zusammen. Der Abteilungsleiter für Kommunale Prävention blickt dabei in die Statistik. Seit 2006 wurden durchschnittlich 87 Verfahren pro Jahr eingeleitet, die Bußgeldbeträge sind seitdem fünf- statt vierstellig. „Auf die vergangenen zehn Jahre gerechnet waren’s im Schnitt 22.503 Euro.“ Vergleich: 2005, wurden 62 Bußgeldverfahren in Höhe von 7 686 Euro eingeleitet.

Christian Broos, Sachgebietsleiter für Abfallrecht, konkretisiert die Fallzahlen aus dem vergangenem Jahr: „Insgesamt gingen beim Ordnungsamt gut 7 000 Meldungen über Abfallablagerungen auf öffentlichen und privaten Flächen ein.“ Die Mülldetektive rückten 900-mal aus, um nach Müllsündern zu fahnden. In knapp zehn Prozent aller Fälle ließ sich der Verursacher ermitteln. Von den Stadtteilrundgängern wurden im vergangenen Jahr insgesamt 621 Berichte erstellt und dem Ordnungsamt übersandt.

„Der langfristige Erfolg gegenüber Müllsündern hat mehrere Gründe“, meint Weber. „Wir haben in den vergangenen Jahren Personal im Sachgebiet Abfallrecht konzentriert und dadurch die Ermittlungstätigkeiten intensivieren können. Mit dem städtischen Entsorger ESO wurde noch enger gearbeitet.“ Der webbasierte Mängelmelder und die Müllermittler-Hotline (069/8065-4747) erleichterte die Kommunikation der Bürger mit unserem Amt.“

Rhein-Main: Hier liegt der Müll am Straßenrand

Mehr noch: Pressearbeit, Zeitungs-Berichte über die Arbeit der Müllermittler und Plakataktionen im Zuge des städtischen Projektes „Besser leben in Offenbach“ von der Gemeinnützige Baugesellschaft ermunterten Bürger offenbar zusätzlich, zeitnah Ablagerungen zu melden. „Aber auch die Stadtteilrundgänger des Quartiersmanagements in Nordend, Lauterborn, Mathildenviertel, Senefelderquartier und Waldhof sorgen neben den Stadtpolizisten und dem Verkehrsdienst für weitere Meldungen“, so Frank Weber.

Liegt jetzt weniger illegaler Sperrmüll auf der Straße als früher? „Schön wär’s“, sagt Weber und bestätigt subjektive Eindrücke vieler Offenbacher. „Aber die vielen Müllmeldungen haben zumindest dazu beigetragen, dass wir viel mehr Müllsünder belangen und unser städtischer Dienstleister die Ablagerungen schneller beseitigen konnte.“ Deshalb setzt auch Ordnungsdezernent Felix Schwenke darauf, weiter konsequent gegen Müllsünder vorzugehen: „Ich habe kein Verständnis für diejenigen, die in Offenbach ihren Dreck illegal entsorgen. Die Bürger möchte ich daher ermuntern, Müllablagerungen zeitnah zu melden.“

mk

Rubriklistenbild: © Archiv: Stadt Offenbach

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