Immense Tierarztkosten

Illegaler Handel mit Welpen wird zum Problem

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Offenbach - Hundewelpen sind so süß, knuddelig - und teuer: Je nach Rasse kostet so ein Hundebaby bis zu 2000 Euro. Längst haben auch Kriminelle die lukrative Einnahmequelle entdeckt und locken mit „Billigangeboten“.

Auch die Aufsichtsbehörden stellen fest, dass die Zahl der Fälle von illegalem Welpenhandel rasant wächst. Beim Regierungspräsidium Darmstadt warnen die Verantwortlichen: „In immer kürzeren Zeitabständen werden in Südhessen vor allem Transporte mit Hundewelpen gestoppt. Unter dem Deckmantel eines angeblichen Tierschutzes werden diese Tiere von dubios agierenden Organisationen hierzulande gutgläubigen Menschen gegen Entrichtung sogenannter Schutzgebühren angeboten.“

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Die illegal aus osteuropäischen Ländern eingeführten Welpen sind nach übereinstimmenden Angaben von Tierschutzbund und der Organisation „Vier Pfoten“ oft in sehr schlechter Verfassung. Sie wurden zu jung von der Mutter getrennt, was bei den Tieren psychische Probleme verursachen kann. Auf den Transporten sitzen sie eng zusammengepfercht zum Teil in Katzenkäfigen, könne sich nicht bewegen, haben kein Tageslicht und bekommen oft nicht genug zu fressen. Die jungen Hunde werden nach Angaben von Marius Tünte vom Deutschen Tierschutzbund nicht genügend sozialisiert. Solche Versäumnisse in der Prägephase könnten oft bis in das Erwachsenenalter nicht ausgeglichen werden. Zudem sind die Welpen meist weder entwurmt noch geimpft. Dadurch ist die Ansteckungsgefahr freilich groß. Häufig erkranken die Welpen schwer, auf die Besitzer kommen dann immense Tierarztkosten zu.

Züchter und dubiose Zwischenhändler

Wer einen Hund kaufen möchte, sollte dies direkt bei einem Züchter und nicht bei dubiosen Zwischenhändlern tun. Das rät Madeleine Martin, Tierschutzbeauftragte des Landes Hessen. Denn seriöse Züchter geben ihre Hunde nicht an Händler weiter, sondern suchen sich die Kunden aus. Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt Interessenten, sich in den örtlichen Tieheimen umzusehen. Auch dort seien viele Rassehunde zu haben. Wer doch zum Händler geht, sollte sich auf jeden Fall dessen tierschutzrechtliche Genehmigung zeigen lassen. Diese werden von den Amtstierärzten nach einer Sachkundeprüfung erteilt. Allerdings würden, so Martin, dabei zwar die Räumlichkeiten des Händlers unter die Lupe genommen, die Tiere würden aber nicht unbedingt auf Verhaltensstörungen überprüft.

Deshalb sollten Welpen im Freien geführt und beobachtet werden. Verhaltensgestörte Tiere zeigen oft kein Interesse am Laufen und wirken verängstigt. Wenn sie nicht umweltsicher seien, hätten sie bislang nur das Leben im Zwinger gekannt, so Martin. Zum Kauf sollten außerdem Hundekenner mitgenommen oder vorher Tierärzte befragt werden. Schließlich sollte der Kunde eine Probezeit einfordern, in der er den Hund mitnehmen, aber bei Auffälligkeiten wieder abgeben könne. Kunden sollten nach Zuchtprogrammen und entsprechenden Dachverbänden fragen. Könne ein Händler hier keine Auskunft geben, sei Vorsicht angesagt. Ein Hund beim Züchter kostet je nach Rasse zwischen 700 und 1 300 Euro, sogenannte „Kofferraumhunde“ werden zwischen 50 und 300 Euro abgegeben. Auch hier können Kunden illegalen Handel erkennen.

kle

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