„Immobilien in Offenbach gefragt“

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Die Commerzbank bietet bei Finanzierung auch Produkte der Konkurrenz an.

Offenbach (ku/dpa) - Die Commerzbank in Offenbach bietet Immobilienkäufern auch Produkte der Konkurrenz an.

Eine anbieterunabhängige Beratung zur Finanzierung sei eingeführt worden, sagte Jens Häfker, Mitglied der Geschäftsleitung der Gebietsfiliale Frankfurt und verantwortlich für die Region Offenbach, unserer Zeitung. „Es ist neu, dass eine Bank die Tür aufmacht. “ Über ein Computerprogramm werden Kunden die Konditionen von mehr als 250 regionalen und überregionalen Instituten angeboten. Entscheiden sie sich für die Finanzierung über ein konkurrierendes Geldhaus, erhält die Commerzbank eine Provision für die Vermittlung. Die Darlehensvermittlung entspreche nicht dem Geschäftsmodell der Sparkasse Offenbach, erklärte ihr Vorstandsvorsitzende Guido Braun.

Käufer von Immobilien würden sich ohnehin Angebote von der Konkurrenz einholen, sagte Kreditspezialist Alfons Gotta von der Commerzbank in Offenbach. Mit dem neuen Angebot könnten sie Zeit sparen.

„In erster Linie geht es um die Qualität der Beratung“

Die unabhängige Beratung ist im August in bundesweit etwa 1200 Filialen eingeführt worden. Zuvor sei sie in Norddeutschland getestet worden, erläuterte Philipp Sellentin, Filialleiter in Offenbach. Rund 80 Prozent der Kunden hätte damals ihre Immobilie über die Commerzbank finanziert, die übrigen mit anderen Instituten. Die Beratung wird zunächst vor allem von den Kreditspezialisten angeboten, wie ein Sprecher der Commerzbank erklärte. „Ende des Jahres soll jeder Berater direkt auf das Angebot zugreifen können“, sagte Privatkundenvorstand Martin Zielke in Frankfurt.

Beim Thema Immobilien gehe es nicht nur um günstige Konditionen, erklärte Dirk Hellmuth, Filialleiter der Deutschen Bank in Offenbach. „In erster Linie kommt es auf die Qualität der Beratung an, um die Baufinanzierung mit einem individuellen Konzept umsetzen zu können - zum Beispiel bei der Inanspruchnahme von staatlichen Förderungen. Für spezielle Sonderwünsche der Kunden bieten wir interessante Sonderlösungen auch über Drittproduktanbieter an.“

Sellentin spricht von einem starken Immobiliengeschäft. Bis Ende Juli habe die Commerzbank in Offenbach 13 Millionen Euro für Kredite zur Verfügung gestellt. Häfker fügte hinzu, das Neugeschäft in seinem Verantwortungsbereich mit den Filialen in Offenbach, Hanau, Dörnigheim, Mühlheim und Gelnhausen sei seit Jahresbeginn auf fast 33 Millionen Euro gestiegen. „Immobilien in Offenbach sind stark gefragt“, berichtete Häfker. „Ein Grund ist das niedrige Zinsniveau.“ Vor zwei Jahren habe der durchschnittliche Zins für 100.000 Euro bei einer zehnjährigen Bindung bei 4,3 Prozent gelegen. Heute biete die Commerzbank Finanzierungen ab 2,63 Prozent an.

Maximal 420.000 Euro für das Traumhaus

Commerzbank bietet bei Finanzierung auch Produkte der Konkurrenz an / Sparkasse gegen Darlehensvermittlung

Auch die Sparkasse Offenbach verweist auf die niedrigen Zinssätze. „Kaufen und Finanzieren sind attraktiv.“ Das Immobiliengeschäft verlaufe zufriedenstellend, erklärte das Institut ohne Zahlen zu nennen. Kredite im zweistelligen Millionenbereich seien seit Jahresbeginn vergeben worden. Vor allem gebrauchte Immobilien seien gefragt.

Nach einer Umfrage im Auftrag der Commerzbank hat bei jedem vierten Mieter das Interesse am Kauf eines Eigenheims zugenommen. Das Traumhaus dürfte demnach maximal 420.000 Euro kosten. Wer im Stadtzentrum wohnen möchte, würde sogar noch 40.000 Euro draufzulegen. Die größte Gruppe der Befragten (31 Prozent) sieht sich in der Preisklasse 200.000 bis 400.000 Euro.

Eine drohende Blase am deutschen Immobilienmarkt sieht Zielke noch nicht. „In einigen Märkten sehen wir zumindest eine Erwärmung, insgesamt in Deutschland aber noch keine Überhitzung“, sagte der Banker. „In der Breite ist der Wohnimmobilienmarkt in Deutschland nicht überhitzt.“

Viele Investoren flüchten wegen der turbulenten Märkte derzeit in vermeintlich sicheres „Betongold“ und stecken Geld in Häuser und Wohnungen. „Immobilien sind derzeit auch deshalb so gefragt, weil viele Anleger verunsichert und damit sehr vorsichtig sind, insbesondere was Kapitalmarktprodukte betrifft. Es gibt im Moment auch keine Anzeichen, dass sich das kurzfristig ändert“, erklärte Zielke. „Immobilie ist in der Wahrnehmung der Menschen ein klassischer Inflationsschutz.“

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