Bau-Boom

Immobilien: Rekordzahlen in Offenbach

Offenbach - Mehr Verträge geschlossen, mehr Geld umgesetzt, die Preise gestiegen: Die für alle sichtbare Bautätigkeit in der Stadt schlägt sich auch im jährlichen Immobilien-Marktbericht nieder, der gestern vorgestellt wurde. Von Matthias Dahmer

Das Werk wartet mit Rekordzahlen auf: So ist die Zahl der Transaktionen auf dem Offenbacher Immobilienmarkt im vergangenen Jahr auf 1 240 Verträge gestiegen – der zweitbeste Wert seit der ersten Erstellung des Immobilienmarktberichts im Jahre 1991. Der Geldumsatz, die in den Kontrakten fixierten Kaufpreise, hat mit 574 Millionen Euro erstmals die Grenze von einer halben Milliarde gerissen. Und der Flächenumsatz liegt deutlich über dem Zehn-Jahre-Mittel.

So hat denn Oberbürgermeister Horst Schneider allen Grund, bei dem Thema „gute Laune“ zu haben, wie er sagt. Zumal der Ausblick nicht gerade schlecht ist: Bis zu diesem Monat sind dem Gutachterausschuss für Immobilienwerte, der für die jährlichen Berichte verantwortlich zeichnet, schon 850 abgeschlossene Verträge zugegangen. Ausschussvorsitzende Cornelia Jokisch und Claudia Vogel, Leiterin der Geschäftsstelle, gehen deshalb davon aus, dass 2015 erneut ein Rekordjahr in Hinblick auf Transaktionen wird.

Die Preise für bebaute Grundstücke und Eigentumswohnungen (ETW) sind durchweg gestiegen. Bei letzteren ist dieser Trend seit 2009 zu beobachten. 2014 kostete eine neu gebaute ETW im Schnitt 2800 Euro pro Quadratmeter. Im Neubaugebiet An den Eichen muss mit 2300 Euro weniger hingelegt werden, in den Neubauten an der Friedhofstraße sind im Schnitt 3400 Euro fällig.

Am teuersten ist Wohnungseigentum derzeit im Hafen, wo durchschnittlich 4 140 Euro aufgerufen werden. Im entstehenden neuen Viertel ist der Quadratmeter damit zirka 1300 Euro teurer als im übrigen Stadtgebiet. Aber immer noch etwa ein Viertel billiger als in Frankfurt, weshalb es viele aus der Mainmetropole mittlerweile nach Offenbach zieht. Der OB zückt eine Statistik, aus der sich ein „Wanderungsüberschuss“ für Offenbach ergibt: Im vergangenen Jahr sind 2000 Frankfurter nach Offenbach gezogen, dafür wechselten 1500 Offenbacher nach Frankfurt.

Neugestaltung am ehemaligen Hafen

Nach oben zeigt der Trend auch bei der Bebauung innerörtlicher Brachflächen. Zwar wurden im Jahr 2014 nicht mehr so viele Reihenhäuser und Doppelhaushälften gebaut, dafür aber verstärkt Mehrfamilienhäuser. Horst Schneider betont, bei der Verdichtung gehe es vor allem um eine Steigerung der Qualität. Es sei eine strukturelle Aufwertung, wenn Wohnungen verschwänden, die 4,50 Euro Monatsmiete pro Quadratmeter kosteten.

Konstant sind die Preise für unbebaute Grundstücke geblieben: Baureifes Land für Wohnungen liegt zwischen 410 und 420 Euro pro Quadratmeter. Insgesamt wurden 43 Kaufverträge darüber abgeschlossen. Gewerbeflächen wurden indes nur sechs verkauft. Deshalb und wegen der enormen Spreizung bei den Kaufpreisen hat der Gutachterausschuss keinen Mittelwert erhoben. „Im Hafen kostet der Boden um die 2 000 Euro pro Quadratmeter, an der Mühlheimer Straße ist er unter Umständen schon für 180 Euro zu haben“, verdeutlicht Cornelia Vogel. Auf die Frage, ob potenzielle Immobilienkäufer investieren oder noch abwarten sollten, meint die Fachfrau mit Blick auf die nächsten Jahre: „Jetzt kaufen.“

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