Weniger Impfungen als erwartet

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Eine Arzthelferin aus Offenbach lässt sich gegen die Schweinegrippe impfen.

Offenbach - Derzeit sind gefährdete Berufsgruppen wie Ärzte, Einsatzkräfte von Feuerwehr oder Polizei sowie chronisch Kranke zur Impfung aufgerufen - bisher wollen sich aber weniger Menschen in Stadt und Kreis Offenbach als erwartet gegen die Schweinegrippe impfen lassen. +++Video+++

Hessens Gesundheitsminister Jürgen Banzer (CDU) macht ein entspanntes Gesicht, als er sich in der gleichen Klinik den Impfstoff gegen die Schweinegrippe verabreichen lässt - zunächst sind außerdem gefährdete Berufsgruppen wie Ärzte, Einsatzkräfte von Feuerwehr oder Polizei sowie chronisch Kranke zur Impfung aufgerufen. Die Berufsgruppen in Gesundheitsämtern und Kliniken, chronisch Kranke kriegen die Impfung nur bei niedergelassenen Ärzten. Der „große Run“ auf die Gesundheitsämter blieb aber zunächst aus, wie Jürgen Banzer einräumt. Er rechne aber zumindest damit, dass sich im Laufe des ersten Tages der Aktion in Hessen „eine vierstellige Zahl“ an Menschen gegen das H1N1-Virus impfen lassen wollte. „Die Impfung ist für die Bevölkerung kostenlos, eine Praxisgebühr fällt nicht an“, wirbt er noch einmal dafür.

15 bis 20 Prozent seien bisher bereit, sich impfen lassen

Die Offenbacher Praxis des Allgemeinmediziners Andor Schmidt ist bereits seit dem frühen Montagmorgen von einem Fernsehteam belagert. Schmidt ist nach eigenen Worten „ein großer Verfechter der Grippe- Impfung allgemein“. Er scheut sich deshalb nicht, sich medienwirksam in Pose zu setzen. Erster Patient ist ein 64-jähriger Mann, ein Nachbar und Freund des Arztes, mit Bluthochdruck. Unter seinen Patienten nehme er noch eine große Verunsicherung wahr. „Schuld ist die überzogene Kritik in den Medien“.

Etwa 15 bis 20 Prozent seiner Patienten seien bisher bereit, sich impfen lassen. „Ich muss viel Überzeugungsarbeit leisten““, sagt Schmidt und überredet noch kurzfristig seine Arzthelferin, sich auch vor der Kamera Pandemrix in den linken Oberarm zu spritzen. „Bei uns standen chronisch Kranke vor der Tür“, schildert Gudrun Schüler, stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamts Offenbach, die Lage. „Dabei können sich die doch nur bei Hausärzten impfen lassen“, sagt sie zur Konfusion, die es selbst bei impfwilligen Patienten noch gibt. Auch Schüler kann für ihr Amt keinen Ansturm vermelden, im Laufe des Tages wollten sich dort aber noch einige Ärzte impfen lassen. Im Frankfurter Universitätsklinikum wurde ebenfalls schon ein Teil des Medizinischen Personals geimpft. Im Amt für Gesundheit in Frankfurt sollten die Impfungen erst um 17 Uhr beginnen.

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