Corona-Impfungen

Streit um Fahrdienst zum Impfzentrum: Stadt schwenkt um

Ein Schild vor der Messe Frankfurt weist den Eingang zum Impfzentrum.
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Offenbacher, die eine Impfung erhalten wollen, müssen derzeit nach Frankfurt ins Impfzentrum fahren.

Mit ihrer Ankündigung, keinen Fahrdienst nach Frankfurt ins Impfzentrum anzubieten, sorgt die Stadt Offenbach für Ärger bei Senioren. Nun bemüht sie sich um Schadensbegrenzung.

Offenbach – Nach massiver Kritik an der städtischen Ankündigung, für Offenbacher Senioren keinen Fahrdienst zum Impfzentrum in Frankfurt anzubieten, korrigiert die Stadt nun ihre Aussage: „Wenn jemand aus Offenbach einen Termin in Frankfurt hat und ihm weder Verwandte noch Freunde oder Nachbarn helfen können, dann kann er sich beim Bürgertelefon melden. Wenn er dies mindestens drei Tage vor seinem Termin macht, werden wir eine Fahrt organisieren“, versichert die Stadtregierung. Das Bürgertelefon ist unter 069 840004-375 von Montag bis Freitag jeweils von 10 bis 16 erreichbar.

Streit um Fahrdienst zum Impfzentrum – Stadt Offenbach spricht von „Panne“

Begründet wird der Schwenk mit einer „Kommunikationspanne“ im Rathaus. Das auskunftgebende Presseamt sei am vergangenen Freitag nicht auf dem letzten Stand der Dinge gewesen, die im Verwaltungsstab beschlossen worden seien, heißt es. Oberbürgermeister Felix Schwenke und Bürgermeister Peter Freier bekräftigen: „Wir haben zu Beginn der Pandemie garantiert, dass niemand in Quarantäne hungern muss und dass wir Einkaufshilfen organisieren. Und auch jetzt lassen wir die Offenbacherinnen und Offenbacher, die auf Hilfe angewiesen sind und keine andere Möglichkeit haben, selbstverständlich nicht hängen.“

Stadtrat Paul-Gerhard Weiß mahnt zur Sachlichkeit: Wer mobilitätseingeschränkt sei, habe in seinem Alltag ja auch Verwandte, Freunde oder Nachbarn, die helfen könnten. Der Staat könne nie alles lösen.

Stadt Offenbach würde eigenes Impfzentrum gern sofort öffnen – Entscheidung liegt beim Land

Zugleich erinnert der Magistrat daran, dass er nicht der Alleinverantwortliche für die Situation ist und stellt noch einmal klar, dass die Stadt Offenbach ihr Impfzentrum in der Stadthalle sehr gerne sofort öffnen würde – unter anderem auch deshalb, weil damit die Fahrtwege ein kleineres Problem wären. Die Entscheidung darüber liege aber alleine beim Land. „Wir waren vom ersten Tag an startklar“, erinnern Schwenke und Gesundheitsdezernentin Sabine Groß daran, dass die Vorgabe des Landes, das Impfzentrum ab 15. Dezember betriebsbereit zu halten, erfüllt worden sei. Weil nicht genügend Impfstoff zur Verfügung steht, hatte das Land entschieden, dass alle impfberechtigten Offenbacher, die zur höchsten Prioritätsgruppe gehören, im Frankfurter Impfzentrum an der Festhalle einen Termin vereinbaren müssen.

Für alle, die alleine oder mit Hilfe nach Frankfurt kommen können, gibt die Stadt folgende Hinweise: Der Eingang „Festhalle Süd“ ist in der Brüsseler Straße, gegenüber des Skyline Plaza. Erreicht werden kann das Impfzentrum mit der U4, der Buslinie 50 und den Straßenbahnlinien 16 und 17, jeweils mit Halt an der Festhalle. Wer mit dem Auto fährt, parkt im Parkhaus des Skyline Plaza. (mad/pso)

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