Neuer Meldeweg

Verschieben sich Lockerungen wegen technischer Probleme? Stadt Offenbach bezieht Stellung

In Offenbach könnte die Gastronomie bald wieder die Außenbereiche öffnen. Eine Umstellung bei der Fallzahlen-Meldung birgt aber Gefahren.
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In Offenbach könnte die Gastronomie bald wieder die Außenbereiche öffnen. Eine Umstellung bei der Fallzahlen-Meldung birgt aber Gefahren. (Symbolbild)

Das Fax hat in Offenbach ausgedient. Nun sollen Corona-Fallzahlen online übermittelt werden. Das könnte fatale Folgen bei den Lockerungen haben.

Offenbach - Die vielgerügte Informations-Steinzeit, in der die Kommunikation von Gesundheitsämtern noch über Fax läuft, neigt sich in Offenbach dem Ende zu. Wie berichtet, ist seit Dienstag die Umstellung auf das bundeseinheitliche Fall-Meldesystem „Sormas“ im Gange. Auch wenn, wie zu hören ist, erste Testläufe scheiterten, dominiert der Optimismus, dass es in der vorgesehenen Zeit klappen wird.

Bis dahin aber können die Fallzahlen der Stadt nur sehr eingeschränkt erfasst und über das Land an das Robert-Koch-Institut übermittelt werden, weswegen es zu Nachkorrekturen in den nächsten Tagen kommen dürfte. Aber hat die mehrtägige Meldepause – wie der Offenbacher Elmar Werner mutmaßt, Einfluss auf weitere Lockerungsschritte – insofern, dass welche ausgesetzt (Gastronomie) oder welche aufgrund nur scheinbar niedriger Werte eingeleitet würden (Präsenzunterricht)?

Corona-Lockerungen in Offenbach: Verschiebungen bei Inzidenzwerten

Nein, sagt Stadt-Sprecher Fabian El-Cheikh. Denn entgegen der ersten Ankündigung, dass gar nichts mehr weitergegeben werde, bleibt das bisherige System teilweise in Betrieb. Bekannte Fälle gehen also an die maßgeblichen Stellen. El-Cheikh: „Auch wenn die Tageswerte im Verlauf dieser Woche technisch bedingt nicht die tatsächliche Corona-Lage für diesen spezifischen Tag in Offenbach abbilden werden– es kommt lediglich zu Verschiebungen bei den gemeldeten Inzidenzwerten.“

So kann die Stadt erfreuliche Aussichten bieten. Zwar wird es noch nichts mit dem Kalt- oder Heißgetränk am Rand des Offenbacher Wochenmarkts. Aber für den Sonntag (30.05.2021) bestehen realistische Aussichten auf Freiluftgastronomie nicht nur am Wilhelmsplatz.

Nach städtischen Angaben lag am Mittwoch (26.05.2021) die örtliche Inzidenz in Offenbach den dritten Werktag in Folge (seit Samstag, 22. Mai) unter dem Schwellenwert von 100. Die höheren Inzidenzwerte (über 100) am Pfingstsonntag (23.05.2021) und Pfingstmontag (24.05.2021) haben auf die Zählung keine Auswirkung, denn Sonn- und Feiertage werden (aufgrund der Festlegung auf Werktage) nicht mitgezählt und unterbrechen die Zählung nicht. Nach fünf Werktagen in Folge unter 100 tritt am übernächsten Tag die Stufe 1 des Hessischen Stufenplans in Kraft - dies betrifft unter anderem Öffnungsschritte für Außengastronomie, Kultur und Schulen.

Corona in Offenbach: Stufe 1 könnte bald erreicht werden

Das heißt: Sollte die Inzidenz auch in den nächsten beiden Tagen unter 100 liegen, würde Offenbach die Stufe 1 am kommenden Sonntag, 30. Mai, erreichen. Maßgeblich ist hierzu die Veröffentlichung des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration. Zwei Tage vor Erreichen der Stufe 1 würde Offenbach dort aufgeführt.

In der Umstellung auf „Sormas“ sieht die Stadt einen wichtigen Schritt, um die Fallzahlen-Bearbeitung und die Kontaktnachverfolgung durch das Gesundheitsamt effizienter und schneller zu machen. Der große Vorteil liegt im gemeinsamen Kontaktpersonen-Management durch alle angeschlossenen Gesundheitsämter.

Corona in Offenbach: Umstellung der Meldung zu kritischer Zeit

Der Austausch zwischen Laboren, Gesundheitsämtern und Betroffenen soll so schnell wie möglich erleichtert und beschleunigt werden. „Aufgrund der vergleichsweise höheren Fallzahlen in Offenbach ist unser Gesundheitsamt in besonderem Maße auf die Umstellung und die damit verbundenen technischen Schnittstellen und Erleichterungen angewiesen“, sagt Stadt-Sprecher El-Cheikh.

Dass die Umstellung nun innerhalb eines Zeitraums erfolge, in dem sich die Inzidenz um den wichtigen Schwellenwert von 100 bewegt, sei nicht vorauszusehen gewesen. Allerdings gäbe es im derzeitigen Öffnungssystem keinen idealen Zeitpunkt, fügt El-Cheikh hinzu. Zuvor waren 165 und 150 sehr wichtig (für Schulen und Einzelhandel), nach dem Unterschreiten der 100 sind dann weitere 14 Tage ausschlaggebend, um auch Stufe 2 des hessischen Öffnungskonzeptes zu erreichen. (Thomas Kirstein)

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