Hotelschiff und Circus

In Offenbach Unterschlupf während Corona gefunden

Das Flusskreuzfahrtschiff MS Thomas Hardy der Schweizer Reederei Scylla liegt coronabedingt seit Wochen am Offenbacher Mainufer in Höhe des Isenburger Schlosses vor Anker.
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Das Flusskreuzfahrtschiff MS Thomas Hardy der Schweizer Reederei Scylla liegt coronabedingt seit Wochen am Offenbacher Mainufer in Höhe des Isenburger Schlosses vor Anker.

Der Anblick ist inzwischen vielen Offenbachern vertraut: Ein Kreuzfahrtschiff ist am Mainufer vertäut, in Bürgel sitzt seit März ein Zirkus fest. Grund für den längeren unfreiwilligen Aufenthalt in beiden Fällen ist die Corona-Panademie.

Offenbach - „Gestrandet“, dieses Wort hört man in der Schifffahrtsbranche nicht gern, lieber wird dort von „geparkt“ gesprochen. Und doch drückt es gut die Situation aus, in der sich die MS Thomas Hardy befindet: Seit Wochen schon liegt das 135 Meter lange Flusskreuzfahrtschiff der Schweizer Reederei Scylla in Höhe des Isenburger Schlosses am Mainufer vor Anker.

Bis zu 169 Passagiere, meist Briten, erkunden sonst Rhein oder Donau mit dem Schiff, doch Corona hat dem vorerst einen Riegel vorgeschoben: Die britischen Gäste fehlen, und so musste ein Lagerplatz gefunden werden, bis die Flussschifffahrtssaison wieder aufgenommen werden kann. Laut Scylla sind nur wenige Crewmitglieder an Bord, der Hotel- und Restaurantberieb des Schiffes liegt jedoch still. Die Schweitzer Reederei geht davon aus, dass im August der Kreuzfahrtbetrieb wieder aufgenommen werden kann.

Das Bonner Kreuzfahrtunternehmen Phoenix Reisen hat auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt, dass es die MS Thomas Hardy als zusätzliches Schiff für diese Saison unter Vertrag genommen hat – man benötige wegen der Kabinenbelegung und Abstandsregelungen ein weiteres Schiff, heißt es.

Der Circus Barus ist für seine Tiere weiter auf Spenden angewiesen.

Wesentlich bekannter als das Hotelschiff ist ein anderes in Offenbach „gestrandetes“ Unternehmen: der Circus Barus. Das Familienunternehmen wollte wie üblich im März in Offenbach die Saison beginnen – doch schon wenige Tage danach ging wegen Corona nichts mehr. Seitdem wartet Familie Frank samt ihren Tieren auf dem Gelände bei Bürgel auf bessere Zeiten. Nur dank vieler Spenden und tatkräftiger Mithilfe von Bürgern ist es der Familie möglich, ihre Tiere zu versorgen. Kamele sind für viele Bürgeler inzwischen ein vertrauter Anblick an der Offenbacher Straße.

Mit der Stadt ist Familie Frank zurzeit in Verhandlung, wie man unter Einhaltung der Abstandsregeln Vorführungen organisieren kann. Momentan bereit Marco Frank anderes jedoch Sorge: Der Heupreis ist stark angestiegen, der eigene Vorrat wird knapp. Wer den Circus Barus unterstützen möchte, kann unter IBAN DE27 8709 5974 0050 0756 05 (Volksbank Glauchau) spenden.

Von Frank Sommer

Der besorgniserregende Corona-Trend in Offenbach geht weiter. Es gibt so viele Corona-Infizierte gleichzeitig, wie nie zuvor. Die Verwaltung will hart durchgreifen.

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