Informationen zu Großprojekten der Stadt

Und es tut sich doch noch was

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Offenbach wächst an Gebäuden und Bevölkerung. Zur Freude von EVO-Sprecher Harald Hofmann, SOH-Sprecherin Regina Preis, Markus Eichberger und Wolfgang Reinhart vom Stadtplanungsamt sowie Stadtrat Felix Schwenke (von links). Das Modell ist auf dem Hugenottenplatz zu sehen.

Offenbach - Wenn Offenbacher Kommunalpolitik noch selbst formulierte Ziele verfolgt, dann zur Steigerung von Aufenthalts- und Wohnqualität – das sind die zentralen Punkte, für die die Stadt ihre verbleibenden, mehr oder weniger frei verfügbaren Mittel aufwendet. Von Fabian El Cheikh

In welche Projekte konkret, das erfahren die Besucher der Offenbacher Woche.

Im Zelt der Stadtwerke Offenbach Holding (SOH) auf dem Hugenottenplatz hängen sie übersichtlich in Reihe: Plakate, die über vergangene, laufende und künftige Baumaßnahmen informieren. Allesamt Projekte, die, wie Stadtrat Felix Schwenke gestern betonte, den Eindruck ein wenig widerlegen, Offenbach sei eine „arme und unattraktive Stadt“.

Aufgehängt sind Bauvorhaben wie Hafen oder Luisenhof, aber auch Umsetzungen wie die Lichtilluminationen in der Innenstadt zumeist an städtebaulichen Fördermitteln – zu nennen sind hier Hegiss und „Aktive Innenstadt“. Die Projekte zeigen: Es tut sich ja doch noch was. „Offenbach ist viel schöner als Anfang der 90er Jahre“, meint denn auch Schwenke. Allen Unkenrufen zum Trotz.

Image steigern

Doch erst die von Land und Bund bereitgestellten Millionen geben der Stadt den nötigen Gestaltungsspielraum, den sie so bitter nötig hat, um sich selbst aufzuwerten, ihr Image zu steigern. Die Absicht, das eigene Potenzial stärker herauszustellen, sei dabei durchaus kein Selbstzweck: „Vom Image hängt schließlich auch ab, ob es uns gelingt, neue Firmen und Menschen anzusiedeln, die ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten können.“

Ob dies mit Projekten wie den dargestellten gelingen wird, darüber können die Besucher im Zelt mit Mitarbeitern des zuständigen Fachamts für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement ausgiebig diskutieren. Dessen stellvertretender Leiter, Markus Eichberger, spannte gestern einen Bogen von bereits abgeschlossenen Projekten (zum Beispiel Licht- und Ostpol im Mathildenviertel) zu nun beginnenden Maßnahmen (Wohnbebauung auf dem ehemaligen MAN Roland-Gelände, Bürgel-Ost) bis hin zum geplanten Umbau des Kaiserlei-Kreisels sowie dem Bau der Hafenschule, die so wichtig für die Wohnqualität ist und auf die so viele so sehnlichst warten. Vor dem Hintergrund dramatisch steigender Schülerzahlen hatte der Regierungspräsident grünes Licht für das Bauvorhaben gegeben.

Vom RP hängt mittlerweile fast alles ab

Überhaupt, der RP. Von ihm hängt mittlerweile fast alles ab. Er wirft ein Adlerauge auf den Haushalt, er genehmigt oder nicht, was Offenbacher Stadtverordnete beschließen. Dies gilt auch für das Großprojekt Marktplatz-Umgestaltung, mit dem viele die Hoffnung verbinden, dass die Verkehrsachse durch einen fußgängerfreundlichen Platz mit Aufenthaltsqualität ersetzt wird.

Ob die vom Einzelhandel teils heftig kritisierten Ergebnisse einer Bürgerbeteiligung so umgesetzt werden wie angedacht, ist ebenso fraglich wie die Finanzierung. Beim Regierungspräsidium war bereits Anfang 2012 ein Antrag auf Zustimmung zu der Maßnahme abgelehnt worden, weil der Haushalt für das vergangene Jahr noch nicht vorgelegen hatte. Ein weiterer Antrag war nach den Querelen um den Haushalt 2013 im vergangenen August zurückgezogen werden. „Ein erneuter Antrag liegt uns nicht vor und könnte auch in Ermangelung eines Haushalts für dieses Jahr noch nicht genehmigt werden“, heißt es nun auf Anfrage aus Darmstadt.

Hürden am Marktplatz

Am Marktplatz zeigen sich die Hürden, die den städtischen Zielsetzungen allzu oft im Wege stehen. Umso erfreulicher ist es daher, wenn etwas gelingt wie geplant. So etwa das Hafenviertel, in das die ersten Bewohner im September einziehen. SOH-Sprecherin Regina Preis nennt aber auch das Baugebiet An den Eichen, „das sich inzwischen großer Nachfrage erfreut“ und die Sanierung Offenbacher Schulen.

Und Harald Hofmann verweist auf das Windparkprogramm der EVO, das stetig ausgebaut wird. In Kürze folgen 18 weitere Anlagen im Main-Kinzig-Kreis, dann versorgt die EVO mehr als 220.000 Menschen mit Ökostrom. „Dass uns das gelungen ist, darum beneiden uns viele andere Stadtwerke!“

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