Ingrid Walters Buch „Offenbach zu Fuß“

Mehr Seiten als Frankfurt

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Den Band mit sieben Rundgängen durch die Stadt stellte Ingrid Walter in Peters’ Bakery vor.

Offenbach - „Offenbach ist eine Stadt, die man beim Durchfahren nicht gleich als klassische Schönheit bezeichnen würde.“ Dieser Satz ist wohl mehrheitsfähig. Von Markus Terharn

Aber auch der: „Bei näherem Hinsehen jedoch entpuppt sich Offenbach als überraschend vielfältig und interessanter, als man denkt. “ Beide stehen in dem Buch „Offenbach zu Fuß“, das Ingrid Walter im Frankfurter Societäts-Verlag veröffentlicht hat.

Walter weiß, was Offenbacher lieben. Bei der Präsentation des Werks in Peters’ Bakery, Kulturort an der Friedrichstraße, gewann sie die Herzen zahlreicher Interessenten mit der Bemerkung, es sei „25 Seiten stärker als das Frankfurter Buch“...

Infos aus Geschichte und Gegenwart

Als Motivation nannte sie: „Es gab noch keinen richtigen Reise- oder Stadtführer.“ Im Unterschied zu anderen Offenbach-Bänden vereinige der ihre Informationen aus Geschichte und Gegenwart. „Und man kann ihn in der Tasche mitnehmen.“ Den Kontakt zum Verlag stellte eine Studienkollegin her.

Sieben Rundgänge durch ihre Stadt hat Walter konzipiert, sie kundig beschrieben und selbst abgelichtet. „Gehen Sie mit diesem Buch auf Entdeckungstour“, warb sie. Und nahm ihr Publikum gleich mit auf Erkundungen rund um den Wilhelmsplatz. Unter der Überschrift „Von allem ebbes“ verknüpft es kulinarische Tipps von Wochenmarkt und umliegenden Geschäften mit dem Blick auf historische Häuser im Viertel. Erstere waren im Anschluss zu verkosten; in einem der letzteren fand dieser anregende Abend statt.

Ein Anhang wählt schöne Feste aus

Die anderen Abschnitte widmen sich Alt-Offenbach auf Goethes und Lilis Spuren, dem Main zwischen Isenburger sowie Rumpenheimer Schloss, der Religionsfreiheit, den Resten von Leder und Litho, dem Alleenring sowie Fabrikantenvillen im Westend und Fürstenhäusern in der Innenstadt. Ein Anhang wählt schöne Feste aus. Kontaktadressen, Literaturangaben und Dank für Unterstützung ans Amt für Kulturmanagement runden das Opus ab.

Obwohl in Oberstdorf im Allgäu geboren, geht Walter, Jahrgang 1963, genetisch als Offenbacherin durch. Ihre Großeltern stammen von hier, sie kam im fünften Lebensjahr her. Durchlief hiesige Schulen und legte am Abendgymnasium ihr Abitur ab. Studierte in der Nachbarstadt unter anderem Germanistik und entdeckte ihr Talent im Umgang mit Texten. Wohnt am Buchrainweg und hat unter dem Namen „Walter Wortware“ ein Büro an der Kaiserstraße eröffnet. Betreibt einen Blog  und hat einen fertigen Roman in der Schublade, der noch des Erscheinens harrt.

Tempel, Kirchen, Moscheen und ein alter Friedhof

In Abwesenheit des Hausherrn Michael Peters hatte Konstanze Schneider, über ihr Netzwerk „Frauen für Offenbach“ mit Walter verbunden, die Vorstellung der Autorin übernommen. Ihr Gatte, Oberbürgermeister Horst Schneider, zeigte sich recht gespannt, „ob ich meine Stadt wiedererkenne“. Besonders angesprochen habe ihn das Kapitel „Tempel, Kirchen, Moscheen und ein alter Friedhof“. Walters Arbeit sei überhaupt nicht abgehoben, „sondern sehr eingängig und anschaulich zu lesen“.

OB-Lob galt auch den „sehr guten Fotos“. Er und einige andere wollten kaum glauben, dass die Verfasserin selbst zur Kamera gegriffen hat. „Die Bilder sind ganz, ganz wichtig“, bestätigte Verlagsleiter Dr. René Heinen.

Offenbach steht nun in einer Reihe mit Städten wie Mainz und Wiesbaden, Darmstadt und Fulda, Heidelberg und Regensburg. Die Erstauflage beträgt 2500 Stück. Weitere – aktualisierte – Ausgaben sind möglich. Heinen: „Wir sind vom Resultat absolut überzeugt!“ Die Meinung teilten wohl alle Besucher.

  • Ingrid Walter: Offenbach zu Fuß. Societäts-Verlag, 160 Seiten, broschiert, zahlreiche farbige Abbildungen, 12,80 Euro

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