SPD-Basis kritisiert Heike Habermann

„Inhaltsleer und nicht präsent“

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Heike Habermann

Offenbach - Heftige Kritik übt die SPD-Basis in Tempelsee-Lauterborn an der Landtagsabgeordneten Heike Habermann, die zum vierten Mal in Folge den Kampf um das Direktmandat im Wahlkreis verloren hat.

Bei der jüngsten Mitgliederversammlung des Ortsvereins kritisierten die Genossen, dass sich im Vergleich zu den Wahlen vor fünf Jahren der Rückstand zur Union sogar auf mehr als 1500 Wähler vergrößert habe. „Wenn Kandidatin und Parteivorstand mit diesem Ergebnis zufrieden sind, dann sind sie sehr leicht zufrieden zu stellen“, ließ der Vorsitzende des Ortsvereins, Olav Müller, mitteilen.

Besonders übel stieß den Sozialdemokraten auf, dass die Landtagskandidatin im Wahlkampf einer Frankfurter Zeitung erklärt habe, sie glaube selbst nicht, dass sie das Direktmandat erobern könne, weil der Kandidat der Grünen so bekannt sei. „Wie will man denn die Basis motivieren, wenn die Kandidatin nicht einmal selber an sich glaubt?“, zeigten sich die Sozialdemokraten irritiert.

Deutlich mehr Einsatz gefordert

Stinksauer zeigte sich der Ortsverein, weil Habermann sich weigerte, bei dem von ihm ausgerichteten Sommerfest vor 1200 Gästen zu reden. „Wann gab es für einen Offenbacher Kandidaten eine größere Bühne?“, fragten die Mitglieder. „Wir haben das größte Sommerfest in der Geschichte des Unterbezirks auf die Beine gestellt und die Landtagsabgeordnete lässt uns einfach links liegen“, brachte es Sieglinde Schübler auf den Punkt.

Die Mitglieder kritisierten außerdem, dass Habermann keine Briefe an Erstwähler verschickt habe und ihre Plakate inhaltsleer gewesen seien. Seit März habe sie auch bei allen Vorstandssitzungen gefehlt. „Von jemanden, der in den Landtag möchte, dürfen wir deutlich mehr Einsatz erwarten“, so der Vize-Vorsitzende Harjono Karmino.

150 Jahre Sozialdemokratie: Geschichte der SPD

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Während die Genossen auf Habermann einhackten, lobte Olav Müller unter Beifall den Bundestagskandidaten Dirk Gene Hagelstein. „Er hat einen hervorragenden Job gemacht, ist aktiv auf die Bürger zugegangen und war stets präsent.“ Nun müsse man gemeinsam daran arbeiten, Offenbach wieder zu einer SPD-Hochburg zu machen. Seit 2001 habe die SPD in der Stadt bei Kommunalwahlen 13,2 Prozent und die Hälfte ihrer Mitglieder verloren.

(fel)

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