Erhalt für die Allgemeinheit

Initiative kümmert sich um Bahnhofsgebäude

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Die neu gegründete „Initiative HBF OF“ befürchtet, dass das Bahnhofsgebäude bei einem Verkauf nicht mehr öffentlich zugänglich sein könnte. Sie sucht nun Mitstreiter, um Nutzungskonzepte zu entwickeln. Am kommenden Samstag, 15 Uhr, gibt es dazu in den Räumen des Kunstvereins im KOMM die Auftaktveranstaltung.

Offenbach - „Initiative HBF OF“ nennt sich eine Gruppe von bislang acht Offenbacher Bürgern, die sich zum Ziel gesetzt hat, das als Kulturdenkmal eingestufte Empfangsgebäude des Offenbacher Hauptbahnhofs für die Öffentlichkeit zu erhalten.

Bei einer Auftaktveranstaltung der Initiative am kommenden Samstag, 7. Oktober, um 15 Uhr beim Kunstverein im KOMM, Aliceplatz 11 (1.Etage) wollen die Initiatoren über ihr Anliegen informieren und vor allem Mitstreiter finden. Hintergrund des Vorstoßes sind Überlegungen der Stadt, das seit Jahren leer stehende und nur noch als Zugang zu den Gleisen genutzte Empfangsgebäude zu vermarkten. Es könnte, so die Idee, vom Bahnhofsbetrieb getrennt werden, indem der Zugang zu den Gleisen östlich des Gebäudes über einen ehemaligen Gepäcktunnel erfolgt (wir berichteten). Ein möglicher Käufer der 1873 im Stil der Neorenaissance erbauten Immobilie müsste dann keine Rücksicht mehr auf die Durchgangsrechte für Fahrgäste nehmen.

„In Anbetracht des drohenden Verlustes des Zugangs des Hauptgebäudes für die Allgemeinheit haben wir uns als Liebhaber dieses Kulturdenkmals zu der Initiative zusammengefunden“, sagt Kai Schmidt von der Initiative. Schmidt, der für Grünen im Stadtparlament sitzt, betont, die vor wenigen Wochen gegründete Gruppe verstehe sich als überparteiliche Initiative, die den Hauptbahnhof zu einer gemeinwohlorientierten Immobilie mit Zugang für alle Bürger entwickeln wolle.

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Nun gelte es, Nutzungskonzepte zu entwickeln und eine rechtssichere Trägerschaft aufzubauen, so Schmidt. Dafür beabsichtige die Initiative, weitere sachkundige Akteure mit ins Boot zu holen. Aber auch die Bahnhofsretter wissen: Das Vorhaben steht und fällt mit den Kosten. Deshalb, so Schmidt weiter, müsse man sowohl bei den Verantwortlichen in der Politik als auch bei den Bürgern erst mal ein Bewusstsein für andere Finanzierungsmöglichkeiten etwa über Stiftungen oder Förderprogramme, schaffen. Andere beispielhafte Projekte in Hamburg, Augsburg oder Krefeld hätten solche Möglichkeiten bereits genutzt. Schmidt: „Der Ankauf des Empfangsgebäudes entweder durch die Stadt oder durch einen Investor ist nicht alternativlos. Das Ziel eines reaktivierten Hauptbahnhofs eint jedoch so ziemlich alle und ist überdies auch im als Gesetz geltenden Masterplan formuliert.“

Außer interessierten Bürgern sind am Samstag auch Gruppen angesprochen, die auf Raumsuche sind. Nach einer kurzen Einführung in die Thematik sowie die Geschichte und stadtgestalterische Bedeutung des Bahnhofs werden funktionierende Beispiele vorgestellt. Abschließend sind alle zur Besichtigung des Bahnhofs eingeladen. (mad)

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