Hilfe für ihre Zuwanderer

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Stadtrat Stephan Färber (links) überreichte den Offenbacher Integrationspreis an Pfarrer Stefan Anghel (Rumänisch-Orthodoxe Gemeinde Offenbach) und an Dorothea Krampol und Emanoela Kern vom Vorstand des Vereins CROM. Zu den Gratulanten gehörte der städtische Integrationsbeauftragte Luigi Masala (hinten rechts).

Offenbach - Gemeinsam haben Vertreter von Rumänisch-Orthodoxer Kirchengemeinde Offenbach und Rumänischer Gemeinde im Rhein-Main-Gebiet den Integrationspreis 2015 der Stadt entgegen genommen. Von Harald H. Richter 

Die Feierstunde zur 15. Verleihung des Preises für „hervorragende Leistungen im Bereich der Integration ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger in der Stadt Offenbach“ führt gut 150 Menschen aus ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Lebensbereichen im Rathaus zusammen.

Sie eint die respektvolle Verneigung vor den Preisträgern: die Rumänisch-Orthodoxe Kirchengemeinde Offenbach (KdöR), vertreten durch ihren Vorstand Ionut Plenz und Apostolos Koreas, und die Rumänische Gemeinde im Rhein-Main-Gebiet (CROM) um Vorsitzende Dorothea Krampol. In Vertretung des erkrankten Dezernenten Felix Schwenke zeichnet Stadtrat Stephan Färber die Vereine aus. „Sie haben wesentlich mitgeholfen, die aktuelle Zuwanderungssituation in unserer Stadt zu bewältigen, Menschen aus Rumänien Hilfe und Orientierung gegeben sowie Krisenintervention betrieben“, lobt er. Das alles erfolgte und geschehe weiterhin ehrenamtlich mit hohem persönlichen Zeiteinsatz und summiere sich zu Tausenden Stunden. Niederschwellige Deutschkurse trügen dazu bei, die Eingliederung der Zugewanderten zu erleichtern und ihnen eine Teilhabe am Leben und Arbeiten in dieser Stadt zu erleichtern. Da es in und um Offenbach keine rumänischen Integrationsberater gebe, sei das Engagement der Kirche und des Vereins umso höher einzuordnen.

Färber versichert, die Preisträger würden von den Zusatzmitteln profitieren, die die Bundesregierung für besonders von Zuwanderung betroffene Kommunen bereit stelle. Die Stadt werde in ihrem Bemühen nicht nachlassen. Denn, so Färber: „Unsere wegweisenden Integrationsansätze werden weit über die Region hinaus wahrgenommen und finden Nachahmung.“ Diese seien jedoch keine Einbahnstraße und verlangten die Bereitschaft beider Seiten, sich einzubringen. Ähnlichen Tenors ist die Laudatio von Dr. Alexander Barac. Er unterstreicht, dass die Eingewöhnung der inzwischen rund 4000 Mitbürger rumänischer Herkunft zum großen Teil den beiden Institutionen zu verdanken sei.

Die Anwesenheit des rumänischen Generalkonsuls für Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland, Mihai Botorog (Bonn), sowie des rumänisch-orthodoxen Metropolits Romul Joanta Serafin (Nürnberg) unterstreichen die Wertschätzung, die den Preisträgern entgegengebracht wird. Darüber freuen sich sowohl Dorothea Krampol als auch Pfarrer Stefan Anghel, der zugleich Bischofsvikar für Luxemburg und die deutschen Länder Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland ist. Beide legen ausführlich dar, welche Anstrengungen CROM und die St. Nikolai-Gemeinde über viele Jahre hinweg unternommen haben. Von Brauchtumspflege, über 300 Beratungsstunden und 240 Stunden Deutschkurse berichtet Dorothea Krampol. Einen wesentlichen Bestandteil der Arbeit des 1999 gegründeten Vereins machen auch Veranstaltungen zu gesellschaftspolitischen Themen aus.

Pfarrer Anghel betont, wie wichtig für seine Gemeinde die Bewahrung der rumänischen Kultur, Identität und Tradition ist. Der Erzpriester hat die seit 1975 bestehende rumänische Gemeinde vor genau 20 Jahren in einer schwierigen Situation übernommen. Der 59-Jährige zeichnet ihre Wanderschaft nach, ehe sie ein eigenes Domizil fand. 20 Jahre hatten die Rumänen in der Kapelle des Isenburger Schlosses Gottesdienste gefeiert. Als die HfG die Räume übernahm, halfen Kontakte zur französisch-reformierten Gemeinde und Pfarrer Günter Krämer. „Eigentlich als Übergang gedacht, blieben wir elf Jahre dort“, würdigt er angesichts fundamentaler Unterschiede beider Glaubensrichtungen diese Tatsache als echtes Beispiel religiöser Toleranz. Pfarrer Krämer, inzwischen im Ruhestand, und Eberhard Schmidt, der Vorsitzende des Förderkreises „Freunde Rumäniens“,bestätigen die Verbundenheit.

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