Interessant für Frankfurts Banker

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Projektentwickler Bernd Kleine und Oberbürgermeister Horst Schneider (bei der Arbeit): Noch ‘ne Schippe voll.

Offenbach - Vielleicht wird in 2000 Jahren ein Archäologe lesen, wie ein Busfahrer und ein Fahrgast vier Schläger verjagten. Davon stand am Mittwoch in unserer Zeitung. Von Stefan Mangold

Und an der Löwenstraße steckte Projektentwickler Bernd Kleine von der Baufirma Hochtief ein Exemplar der Offenbach-Post in eine Zeitkapsel - die Oberbürgermeister Horst Schneider dann bei der Grundsteinlegung für 23 Wohnungen im sogenannten Westend-Carrée im Fundament begrub.

„Schon 14 Einheiten sind verkauft, drei weitere reserviert,“ freute sich Architektin Katharina Büchner. In allen Wohnungen gibt es einen winzigen Raum von knapp über zwei Quadratmetern. Das spart den Weg in einen sonst üblichen gemeinsamen Waschkeller. „Die Lösung war mir wichtig“, betonte Büchner.

Als reine Geldanlage betrachte keiner der Eigentümer seine Investition. Alle wollen selbst einziehen. „Ein niedriger Hypothekenzins und die Angst vor Inflation“ bewegten generell viele, Immobilien zu kaufen, benennt Bernd Kleine einen Grund, warum sich die Wohnungen im Carrée so rasch verkaufen. Um die Ecke beispielsweise, im Komplex an der Ludwigstraße 82, ist längst nichts mehr frei.

Nur neun Minuten vom Ledermuseum bis zur Konstabler

Dort wollte eigentlich ein Bankangestellter aus Frankfurt eine Dachwohnung haben. Weil es keine mehr gab, bot ihm Hochtief eine an der Löwenstraße an. Für die 160 Quadratmeter, auf fünf Zimmer verteilt, sind 426.000 Euro fällig. Bisher wohnte der Banker in Frankfurt-Bornheim. Für Offenbach sprach, „dass ich früher hier schon einmal wohnte“. Außerdem fahre die S-Bahn gerade mal neun Minuten vom Ledermuseum bis zur Konstablerwache. Trotzdem habe er erst in Frankfurt gesucht, „aber die entsprechenden Wohnungen kosten dort 300.000 Euro mehr als in Offenbach“. Außerdem habe er schon seit langem die Entwicklung des Viertels beobachtet, „die finde ich sehr positiv“.

Horst Schneider sprach davon, „dass sich hier eine städtisch orientierte Klientel ansiedelt, die keine Gartenarbeit braucht. Ihnen reicht ein Balkon.“ Die Balkone spielten tatsächlich eine wichtige Rolle. „Die Leute wollen sich auf Ihnen bewegen, nicht beengt dahocken müssen,“ sagt Kleine.

Heizung läuft über umweltfreundliche Fernwärme

Familien mit Kindern, Singles und Paare ziehen ab dem 1. Juni nächsten Jahres ein, falls die Bauarbeiten wie geplant verlaufen. Die Dämmung des Hauses richtet sich nach der Energiesparverordnung des Jahres 2009, „die Heizung läuft über umweltfreundliche Fernwärme“, erklärte Architektin Büchner. Vorher stand hier die Ruine einer Gewerbeimmobilie. „Bei strömenden Regen haben wir uns das Areal im Jahr 2007 angesehen,“ erinnerte sich Kleine. Nun scheint die Sonne, und der Grundstein macht Lust auf mehr. Auch dem OB. Er sprach unter den Gästen mögliche Interessenten für die restlichen Wohnungen an: „Kommen Sie alle nach Offenbach.“

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