„Interessanter Immobilien-Markt“

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Offenbach - Nicht zuletzt als Reaktion auf die Euro-Krise investieren immer mehr Offenbacher in die eigenen vier Wände. Die Nachfrage nach Immobilienfinanzierungen sei deutlich gestiegen, sagte Dirk Hellmuth, Filialleiter der Deutschen Bank in Offenbach. Von Marc Kuhn

Makler würden mittlerweile von einem zu geringen Angebot berichten. Bei den Preisen gebe es „kein überspanntes, aber ein hohes Niveau“. Hellmuth erklärte: „Offenbach ist ein interessanter Immobilien-Markt geworden.“

Insgesamt sei 2012 für die Deutsche Bank in Stadt und Kreis ein „gutes, erfolgreiches Jahr“ gewesen, berichtete Hellmuth. Ein Schwerpunkt seien Immobilien gewesen. Im vergangenen Jahr sei das Baufinanzierungsvolumen in Offenbach um 1,4 Prozent auf 97 Millionen Euro gestiegen. Etwa 17 Millionen Euro seien in das Neugeschäft geflossen. Wegen der niedrigen Zinsen rechnet Hellmuth mit einem anhaltend großen Interesse an Häusern und Wohnungen.

„Negative Realrendite nach Inflation und Abgeltungssteuer“

Mit dem Niedrigzinsniveau müssen allerdings auch die Anleger zurecht kommen. Viele von ihnen müssten eine „negative Realrendite nach Inflation und Abgeltungssteuer“ verkraften, erläuterte Hellmuth. „Kunden suchen eine sichere Anlage und Inflationsschutz.“ Die Verunsicherung und der Beratungsbedarf seien nach wie vor groß.

Dennoch habe die Deutsche Bank mit ihren rund 20 300 Privat- und Firmenkunden in Offenbach das Geschäftsvolumen im vergangenen Jahr um 1,2 Prozent auf etwa 518 Millionen Euro gesteigert, sagte Hellmuth. Das Anlagevermögen sei um 1,8 Prozent auf 394 Millionen Euro gewachsen. Das Einlagevolumen - Spar- und Sichtanlagen - habe 178 Millionen Euro betragen. Stark seien die Investitionen der Kunden in Aktien und Fonds gestiegen. Das Depotvolumen habe 216 Millionen Euro betragen, eine Steigerung um 4,1 Prozent.

Gut aufgestellt und solide finanziert

Bei den mittelständischen Firmenkunden der Deutschen Bank in Offenbach sei die Stimmung ebenso gut wie die Auftragslage, berichtete Sabine Hermsdorf, bei dem Institut zuständig für Unternehmen in der Region. Die meisten von ihnen seien sehr gut aufgestellt und solide finanziert. In Offenbach betreue die Deutsche Bank rund 2600 Kunden - vom Freiberufler über kleine und mittelgroße Firmen bis hin zu großen Familienunternehmen. Ihre Zahl sei 2012 um acht Prozent gewachsen. Impulse für die Geschäfte kommen aus Osteuropa, teils aus Südamerika, aber vor allem aus China. Hermsdorf sprach von einem Trend zur Internationalisierung im Mittelstand.

Ohne konkrete Zahlen nennen zu können sagte sie, das Kreditgeschäft habe sich sehr gut entwickelt. In Deutschland habe die Bank zusätzlich zehn Milliarden Euro für Firmenkredite zur Verfügung gestellt. „Eine Kreditklemme gibt es nicht.“ Vielmehr könnte die Nachfrage der Unternehmen größer sein, erklärte Hermsdorf. Ersatzinvestitionen würden zwar getätigt, meist indes aus Eigenmitteln finanziert. Bei größeren Ausgaben würden sich die Firmen aber zurückhalten.

Hermsdorf mahnte die Unternehmen, sich auf SEPA vorzubereiten - den einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsraum. Einige Kunden hätten ihre Buchhaltungen schon früh auf das Thema vorbereitet. Bei anderen gebe es noch Nachholbedarf. Die Single Euro Payments Area trete am 1. Februar 2014 in Kraft. Dann verlieren nationale Überweisungen und Einzugsermächtigungen ihre Gültigkeit.

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