Früh als Dealer auf schiefer Bahn

Internetbetrüger verurteilt: Zwei Jahre Gefängnis

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Offenbach - Wegen Internet-Betrügereien verurteilte das Schöffengericht  einen 30-jährigen Offenbacher jetzt zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung.

Um seine Einkünfte aufzubessern hatte der Angeklagte in 15 Fällen bei Internetanbietern Waren zum Verkauf eingestellt, die er nicht besaß. Er kassierte damit etwa 5 000 Euro, ohne die Ware zu liefern. In einem weiteren Fall verkaufte er ebenfalls über das Internet für 2 500 Euro eine hochwertige Uhr, liefern konnte und wollte der 30-Jährige den Zeitmesser nicht. Das Geld verbrauchte er. Ein zusätzliches finanzielles Standbein des Angeklagten war der Drogenhandel. Unter anderem verkaufte er Amphetamin in Frankfurter Discos.

Der Mann geriet früh auf die schiefe Bahn: Als Kind oft sich selbst überlassen, lungerte er oft auf der Straße herum, mit 13 Jahren war er schon ein kleiner Dealer, der den Jüngeren das Haschischrauchen beibrachte. Ein Jahr später war der Junge bereits ganz in der Welt der Drogen zu Hause, Haschisch versprach für einige Stunden das Glück, das er als Schlüsselkind vermisste. Da er kein Geld hatte, um sich das Haschisch zu kaufen, klaute er in Kaufhäusern etwas, was er dann an Kiosken versilbern konnte.

Arbeitsstunden, Jugendarreste und Jugendstrafe

Die Briefe des Jugendamtes, als die ersten Verhandlungen vor dem Jugendrichter anstanden, lies die Mutter liegen. Der Junge wurde zu Arbeitsstunden, Jugendarresten und Jugendstrafe verurteilt. Der Vater begriff nun, dass etwas schiefgelaufen war. Er besuchte den Jungen im Gefängnis und redete ihm gut zu. Und der Angeklagte bekam nach der Entlassung sogar ein Arbeitsstelle bei einem sozial eingestellten Unternehmen vermittelt.

Nur: Die Chance, die sich ihm damit bot, nutzte er nicht. Er schmiss die Arbeit hin und gaukelte seinem Bewährungshelfer vor, er würde noch arbeiten. Dabei nutzte er aus, dass er mit Fußfessel in Freiheit war. Diese registrierte nämlich lediglich, ob er rechtzeitig seine Wohnung verlassen hatte, aber nicht wo er sich danach befand. So verließ der Angeklagte immer um 6 Uhr seine Wohnung, trieb sich dann aber den ganzen Tag in Offenbach und Neu-Isenburg herum. Um 18 Uhr kehrte er wieder in seine Bleibe zurück.

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Auch wenn der Lebensweg des Angeklagten nicht einfach war, sah das Gericht unter Vorsitz von Richter Manfred Beck angesichts der Straftaten keine Möglichkeit, den Mann aus der Haft zu entlassen. Zu hoch sei die Gefahr, dass er neue Straftaten begehen und Minderjährige zum Drogenkonsum verführen würde und dann deren Lebensweg zerstöre, begründete Beck das Urteil des gerichts. 

mad

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