Interview mit Jonatan Schwenk

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Jonatan Schwenk

Wenn sich die Berühmtheiten der Filmbranche noch bis nächsten Sonntag bei der 62. Berlinale in der Bundeshauptstadt treffen, sind auch vier junge Offenbacher Filmemacher dabei. op-online.de sprach im Vorfeld mit Jonatan Schwenk. Der 24-Jährige studiert visuelle Kommunikation an der Hochschule für Gestaltung (HfG).

Was begeistert Sie am Filmemachen?

Die Stoptrick-Animationsfilmtechnik gefällt mir so gut, weil sie mir die Möglichkeit bietet, jedes kleinste Detail zu kontrollieren. Beim Spielfilm gibt es oft so viel, was man nicht beeinflussen kann. Wenn am Drehtag das Wetter nicht mitmacht, hat man oft einfach Pech. Beim Animationsfilm kann ich das Wetter selber bestimmen, und das macht schon Spaß. Wenn mein Drehbuch ein unrenoviertes Zimmer mit einer abgerissenen, grünen Tapete verlangt, dann soll es auch genau so ein Zimmer werden. Die Zusammenarbeit mit anderen HfG-Studenten hat mir ermöglicht, sehr nahe an meine Vorstellungen heran zu kommen. Früher habe ich vor allem gezeichnet und gemalt. Und auch jetzt arbeite ich am liebsten so nah wie möglich am Bild selbst, nur dass sich dieses nun bewegt.

Was bedeutet es für Sie, Ihren Film in Berlin präsentieren zu dürfen?

Natürlich freut es mich sehr, dass mein Film auf einem so wichtigen Filmfestival wie der Berlinale für ein Fachpublikum zu sehen sein wird. Das motiviert für folgende Projekte.

Warum sollte man sich Ihren Film nicht entgehen lassen?

"Maison Sonore" ist eine knapp fünfminütige Stoptrick-Animation, die im Rahmen meines Vordiploms an der HfG entstanden ist. Der Film zeigt Eindrücke alltäglicher Situationen, in denen der Zuschauer eine Leere zu spüren bekommt, die Fragen aufwerfen kann: Wessen Abwasser fließt 30 Zentimeter entfernt von meinem Kopfkissen? Wer steht da eigentlich neben mir im Aufzug und starrt angestrengt an mir vorbei? Es entsteht in diesem Film keine Interaktion. Als verbindende Elemente zwischen den Personen stehen nur die Abflussrohre sowie Geräusche, die über die Flure schallen. Die aufwändigen Setbauten stammen von Teresa Rinn, die im Bereich Bühnen-und Kostümbild an der HfG bald ihr Diplom machen wird. Auch die Kostüme für die kleinen Puppen hat sie genäht. Die Geräusche spielen in dem Film eine besondere Rolle, wie ja schon der Name des Films vermuten lässt. Nils Wildegans, ebenfalls Student der HfG, war als Sounddesigner und Musiker für die Sounds zuständig und erweckte die animierten Figuren damit erst richtig zum Leben. Es ist schon beeindruckend, was so ein paar Geräusche ausmachen, schon ein paar Schrittgeräusche geben einer so kleinen Stoptrick-Puppe ein richtiges Gewicht.

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