Saisonstart des Kletterparks alles andere als gut

„Wetter war eine Katastrophe“

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Raffael Schnall

Offenbach - Vom Sportstudent zum Manager eines Kletterparks - Raffael Schnall leitet gemeinsam mit seiner Kollegin Kaneko Sunagawa-Lutz den Fun Forest im Offenbacher Leonhard-Eißnert- Park.

Herr Schnall, ist Klettern denn überhaupt noch im Trend oder lässt das langsam nach?

Während der Finanzkrise 2008 und 2009 hatten wir durchaus Einbrüche. Da merkte man, dass die Menschen zuerst an der Freizeit sparen. Aber zur Zeit können wir uns nicht beklagen. Das hat bestimmt auch mit der Umstellung auf das neue Sicherungssystem vor drei Jahren zu tun. Seitdem trauen sich auch mehr Schulklassen.

Aber das optimale Kletterwetter gab es dieses Jahr noch nicht, oder?

Bei uns gilt eigentlich der Spruch „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.“ Aber die Eröffnung, die eigentlich für das Osterwochenende geplant war, mussten wir dann doch um ein paar Tage verschieben, denn das Wetter war eine echte Katastrophe.

Bei Sturm, Gewitter oder starkem Regen bleibt der Park geschlossen. Studieren Sie jeden Morgen den Wetterbericht, um zu sehen wie es wird?

Nein, wir arbeiten mit einem Wetterradar. Aber bislang hatten wir Glück, Unwetter ziehen meist wie von Gottes Hand an uns vorbei. Nur letztes Jahr ist ein Baum umgestürzt, der aber nicht zu den Parcours gehörte.

Was machen Sie, wenn jemand heruntergeholt werden muss?

Zuerst versuchen wir, Tipps zum Weiterklettern zu geben. Wenn der Besucher es trotzdem nicht schafft, klettern wir hoch und holen ihn runter. Auf Seilbahnen werfen wir ein Seil nach oben und ziehen Hängengebliebene auf die andere Seite.

Kommt es häufig vor, dass jemand Hilfe braucht?

Immer mal wieder. Manche Besucher stellen nach einer gewissen Zeit fest, dass ihnen der Parcours, auf dem sie gerade sind, doch zu hoch ist oder dass ihnen die Kraft fehlt.

Gibt es eine Altersbeschränkung für Parkbesucher?

Das Mindestalter liegt bei fünf Jahren. Nach oben gibt es keine Grenze. Der älteste Kletterer war stolze 86 Jahre alt. Der durfte dann umsonst klettern. Generell gilt, jeder, der sich fit genug fühlt, kann die Parcours ausprobieren.

Gibt es in diesem Jahr neue Attraktionen?

Das neueste ist der „Monstersprung“, bei dem man sich mehrere Meter in die Tiefe stürzen kann. Auch noch nicht so alt ist die Idee des Nachtkletterns. Das findet im Sommer einmal im Monat statt und ist sehr beliebt.

Wie wird man denn Mitarbeiter im FunForest?

Dazu braucht es eigentlich nicht viel. Jeder, der Lust hat, mitzumachen, absolviert zuerst eine viertägige Ausbildung zum Kletterparktrainer bei uns. Danach darf man loslegen.

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