Interview mit „Scene X Dream“ Bassist

Zurück in alter Frische

Scene X Dream sind alte Bekannte und jedem Offenbacher Hardrocker ein Begriff. Nach etwas längerer Pause sind sie wieder lautstark da. Sie treten am kommenden Samstag in der Bieberer TV-Halle auf. Im White-Rooms-Studio von Stefan Fleischer entstand die Maxi „Identity“ die ausschließlich als Promo zum geplanten Longplayer dient. Die Band feiert in diesen Tagen ihr 25-jähriges Bestehen.

Offenbach - Roxette, Silly, Black Sabbath, musikalisch liegen Welten zwischen den Künstlern. Dennoch verbindet sie stellvertretend für viele Musiker eins: Nach etwas kürzerer oder längerer Pause wagten sie ein Comeback, meist ein umjubeltes. Von Martin Kuhn 

Mal sehen, wie’s am kommenden Samstag, 8. Februar, aussieht. Dann treten Scene X Dream, lokale Hardrock-Helden aus den frühen 90er Jahren, wieder auf die Bühne. Zu hören und zu sehen sind sie ab 20 Uhr in der TV-Turnhalle (Seligenstädter Straße 34).

Eingerahmt sind die Offenbacher von zwei Bands. Den Anfang machen an diesem Abend die Jungs von Mind The Gaep, den Abschluss bilden Last Jeton mit Powersängerin Saskia. Mit dem rockenden Dreier setzen die Hard’n’Heavy Freunde Offenbach ihre Konzertreihe in der Turnhalle Bieber fort, die aufgrund zu klärender baurechtlicher Fragen ebenfalls ruhten. Also ist’s mehr oder weniger am Samstag ein doppeltes Comeback. Im Gespräch gewährt Stefan Fleischer, Bassist von Scene X Dream, kleine Einblicke in die Offenbacher Band.

Hey, Scene X Dream sind wieder da. Wo habt ihr euch 20 Jahre lang versteckt?

Gute Frage. Nun, versteckt ist vielleicht der falsche Ausdruck, wir haben nur zehn Jahre nicht zusammen musiziert, aber in der Zeit haben alle weiterhin Musik gemacht.

Das heißt?

Sänger Andi Sommer ging nach dem Split zur Cover-Band Lanzer, fand dann den Weg zur Frankfurter Band Everfest, mit der er das recht erfolgreiche Album „Rising“ aufnahm, und sogar in Wacken spielte. Nico (Gitarrist Nico Mola, Anm. der Redaktion) übernahm den Paul-Stanley-Part in der Kiss-Tributeband Love Gun und tourte durch halb Europa, während ich als Produzent und Musiker in meinem Frankfurter Tonstudio „White Rooms“ tätig war.

Vor gut drei Jahren beschlossen wir, Scene X Dream wieder aufzulegen, und begaben uns auf die Suche nach einem neuen Schlagzeuger. Die Suche gestaltete sich schwieriger als gedacht, und es dauerte bis Ende 2012, ehe wir in Martin Winter den Richtigen fanden. Und jetzt sind wir wieder da, in alter Frische!

Ihr wurdet mal als die lokale Hardrock-Hoffnung gehandelt, die mit ihrem gelungenen Debüt-Silberling im Trend lag. Was lief danach schief?

Kurz: Nach dem zweiten Album „Colosseum“ ging das Plattenlabel bankrott. Etwas länger: Es dauerte mehr als ein Jahr, bis wir das Material aus rechtlichen Gründen anderen Plattenfirmen anbieten konnten. Zu dieser Zeit erlebte die Metal-Szene eine gewisse Flaute, und die Band war nicht mehr gefragt, so geht es halt. Das führte dann auch zum Ende von Scene X Dream. Aber manchmal ist eine Pause durchaus von Vorteil. Bezeichnen wir es wie die Großen mal als schöpferische Pause.

Und jetzt das große Comeback... Oder ist es nur ein einmaliges Wiedersehen alter Freunde?

Na ja, großes Comeback? Weiß nicht... Wir sind wieder da, das ist wichtig! Und nur ein Wiedersehen alter Freunde? Nein! Ich glaube, mit der Produktion der Vorab-Maxi- „Identity“ zum neuen gleichnamigen Album, das dieses Jahr ersceint, haben wir gezeigt, dass da noch was geht.

Also doch nicht „Too Old to Rock‘n’Roll, Too Young to Die“?

Nein, für Rock‘n’Roll ist man(n) nie zu alt und zum Sterben nie zu jung.

Mal ganz ehrlich: Geld verdienen können selbst mit Hardrock nur ganz wenige. Warum tut man sich das alles an?

Es gibt mehr zwischen Himmel und Erde, als Geld zu verdienen. Wir haben alle unser Auskommen und müssen nicht von der Musik leben. Das macht vieles einfacher. Warum gehen andere Leute angeln oder tanzen? Es ist halt so, und es ist gut so. Wir haben viel Spaß und werden der Welt zeigen, dass wir noch nicht zum alten Eisen gehören.

Mehr zum Thema

Kommentare