Wird getrenntes Glas vermischt?

Intransparente Sortierpraxis

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Auch wenn’s nicht so wirkt: Hier wird nach Glasfarben getrennt.

Offenbach - Der Verdacht ist nicht auszuräumen: Da sortiert der brave Bürger sein Altglas nach Farben, und dann wird doch scheinbar wieder alles zusammengekippt. Wer die Leerung der Container beobachtet, kann durchaus zu diesem Schluss kommen.

Öffentlich empören sich diesmal die Republikaner in der Stadtverordnetenversammlung. Die Reps meinen, eine eklatante Hintergehung aufgedeckt zu haben: „Die über das Stadtgebiet verteilten Container für das gesonderte Sammeln von Glas werden bei der Leerung in ein und dasselbe Fahrzeug der ESO gekippt. Welchen Sinn hat die Getrenntsammlung, wenn das Altglas am Ende doch durchmischt wird?“

Oliver Gaksch, Pressesprecher des Stadtdienstleisters ESO, räumt ein, dass es von außen so aussehen könne, als ob mühsam sortiertes Weiß-, Braun- und Grünglas bei Abholung wieder vermischt werde. Das sei aber falscher Eindruck, erklärt er.

Seit 2008 nutzt Offenbach sogenannte Mehrkammerbehälter für Altglas. Ein System, das sich bereits in über 50 Prozent aller deutschen Kommunen bewährt hat. Pro Standort werden jeweils ein Container für Weiß- und ein weiterer für Braun- sowie Grünglas bereitgestellt. Dieser ist in zwei Kammern geteilt. Bei Abholung hebt das Fahrzeug die Container mit dem Greifarm und entleert sie in verschiedene Bereiche des Wagens. „Im Inneren des Fahrzeugs befinden sich Trennwände, die schlichtweg von außen nicht sichtbar sind“, sagt Gaksch.

Recycling ist sexy

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Selbst für lärmempfindliche Offenbacher haben die Mehrkammerbehälter Vorteile: „Die hineingeworfenen Glasflaschen werden durch Fallbremsen verlangsamt, sodass Klirrgeräusche weiter abgesenkt werden.“ Auch am Rep-Verdacht, der Gelbsack-Inhalt werde mit anderen Abfällen zusammengeworfen, ist laut Gaksch nichts dran: „Der Plastikmüll wird nach wie vor einer separaten Verwertung zugeführt.“

eml

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