Investor lobt Weltklasse von Manroland

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Der neue starke Mann bei Manroland in Offenbach: Tony Langley (links) mit Insolvenzverwalter Werner Schneider (rechts).

Offenbach/Augsburg ‐ Die Mitarbeiter des insolventen Druckmaschinenherstellers Manroland in Offenbach können durchatmen: Der britische Investor Langley übernimmt das Werk mit den restlichen 824 Beschäftigten. Offenbach soll künftig unter dem Namen Manroland Sheet Fed firmieren. Von Marc Kuhn

Der britische Investor Langley übernimmt das Werk mit 824 Beschäftigten, wie Insolvenzverwalter Werner Schneider gestern in Augsburg mitteilte. Der Gläubigerausschuss stimmte dem Angebot der Briten zu.

Bürgschaften werden nach Angaben des hessischen Wirtschaftsministeriums nicht benötigt. „Eine privatwirtschaftliche Lösung ist in einer Marktwirtschaft immer einem staatlichen Engagement vorzuziehen“, erklärten Hessens Wirtschaftsminister Dieter Posch und Sozialminister Stefan Grüttner. „Gleichwohl hat die Landesregierung frühzeitig alle Vorbereitungen getroffen, ein solches Engagement gegebenenfalls mit einer Landesbürgschaft abzusichern.“

Bogendruck eine langfristige Perspektive

„Ich freue mich über diese kurzfristige Einigung, die dem Standort Offenbach und dem Bogendruck eine langfristige Perspektive geben wird“, erklärte Insolvenzverwalter Schneider. „Tony Langley, alleiniger Gesellschafter der Langley Gruppe, ist bekannt als strategischer Investor mit langfristiger Perspektive“, so Schneider. „Wir sind davon überzeugt, dass hier eine dauerhafte Perspektive für das Bogendruckgeschäft von ,manroland’ gefunden wurde.“

Langley sagte: „Wir sehen sehr gute wirtschaftliche Perspektiven für das restrukturierte Unternehmen.“ Er sprach von Produkten „auf Weltklasse-Niveau". „Die Produktionsanlagen und die Forschungs- und Entwicklungseinheit sind hervorragend, wie es nicht anders zu erwarten ist von einem ausgezeichneten deutschen Maschinenbau-Unternehmen.“

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Die erste Bevollmächtigte der IG Metall Offenbach, Marita Weber, sagte: „IG Metall und Betriebsrat begrüßen die einstimmige Entscheidung des Gläubigerausschusses zugunsten von Langley. Dies ist keine Lösung für alle, aber es ist die beste Lösung für Offenbach.“ Weber zeigte sich erfreut darüber, dass Langley industrielle Erfahrung mitbringt, und dass es sich nicht um einen Finanzinvestor handelt.

Zufrieden ist auch die Offenbacher Betriebsratsvorsitzende Alexandra Roßel. Dennoch erinnert sie daran, dass fast 1000 Jobs verloren gegangen sind. „Das ist schmerzlich.“ Heute sollen die Mitarbeiter von Manroland auf einer Betriebsversammlung, zu der auch Langley kommen wollte, über das weitere Vorgehen informiert werden.

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