Neue Auszeichnung des Tierschutzbundes

Der Irrsinn mit Gütesiegeln für das gute Gewissen

Kein Bio, aber immerhin: Fleisch mit diesem Gütesiegel stammt aus Betrieben, die ihre Tiere anständig behandelt haben.

Offenbach - Label, Siegel, Gütezeichen - kaum ein Lebensmittel kommt noch ohne die wichtig aussehenden Logos daher. Folge ist eine kaum überschaubare Fülle an, nennen wir sie Gütesiegel. Sie prüfen Merkmale wie Sicherheit, Regionalität oder artgerechte Tierhaltung. Von Ralf Enders

Die Standards jedoch sind höchst unterschiedlich. Nicht selten werden die Gütesiegel nur in einer Region oder nur von einer Supermarktkette verwendet. Viele haben nur eines gemeinsam: Werbebotschaften. Dem Verbraucher soll das schlechte Gewissen ausgetrieben werden. Freilich gibt es vertrauenswürdige Gütesiegel. Das Biozeichen etwa gilt als anspruchsvoll. Allerdings ist auch hier etwa das allgemeine EU-Siegel weniger streng als die speziellen der deutschen Bio-Anbauverbände wie Demeter oder Bioland.

Das Kilo Schweineschnitzel in Bio-Qualität kostet allerdings schnell mal 25 Euro. Wer das nicht ausgeben kann oder will - also die meisten -, muss konventionell produziertes Fleisch kaufen. Heißt es also doch: Guten Appetit und schlechtes Gewissen? Nicht unbedingt, denn eine Allianz aus Deutschem Tierschutzbund, Wissenschaftlern, Handelsketten und großen Fleischproduzenten hat vor einem Jahr ein neues Gütesiegel eingeführt: „Für mehr Tierschutz“ heißt es und signalisiert in der Einstiegsstufe etwas mehr Tierschutz als vorgeschrieben und in der Premiumstufe artgerechte Tierhaltung. Allerdings werden die Produkte nur sporadisch angeboten.

Diesen Marken vertrauen die Deutschen

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