Das Jahr der Spielplätze

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Neu hergerichtet für die kleinsten Offenbacher ist unter anderen der Spielplatz im Lutherpark.

Offenbach - (tk) Für bewegungshungrige Kinder und Jugendliche sei 2009 ein besonders gutes Jahr, jubelt das städtische Presseamt. Zumindest von den Zahlen her kann niemand widersprechen: Acht Spielplätze wurden bis zum Spätsommer saniert oder komplett neu angelegt.

Zwei weitere folgen demnächst. Damit, so die Einschätzung im Rathaus, befindet sich jetzt jeder zweite Spielplatz im Stadtgebiet in einem guten oder sehr guten Zustand. Vor einigen Jahren war es nur jeder dritte.

In Offenbach leben nahezu 21 000 Menschen unter 18 Jahren. „In ihnen liegt unsere Zukunft“, sagt Oberbürgermeister Horst Schneider. Neben dem 250 Millionen Euro schweren Sanierungs- und Neubauprogramm für die Schulen rücke auch die Freizeitgestaltung des Nachwuchses in den Fokus. „Angesichts von 1300 Geburten pro Jahr werden nun, im Rahmen des Möglichen, eher Mittel für Spielplätze zur Verfügung gestellt als noch vor ein paar Jahren“, sagt Schneider.

So wurden von 2006 bis zum 1. Halbjahr 2009 rund 1,5 Millionen Euro in Spielplatzprojekte investiert. Im deutlich längeren Zeitraum von Anfang 2000 bis Ende 2005 waren es nur 1,3 Millionen Euro gewesen.

Derzeit gibt es in Offenbach 61 Spielplätze – mit den zwei neuen Anlagen im Neubaugebiet An den Eichen, die in Kürze freigegeben werden, erhöht sich die Zahl auf 63. Zudem betreibt die Stadt 22 öffentliche Bolzplätze und zwei Skate-Anlagen.

Der neu hergerichtete Spielplatz am Hessenring.

Einige der nun neu eröffneten Spielplätze waren in die Neugestaltung von Grünanlagen eingebunden. So die Anfang Juni eingeweihte Anlage im Martin-Luther-Park. „Hier sieht man teilweise vor lauter Kindern kaum noch den Spielplatz“, berichtet Christina Türk, Fachreferentin für Stadtgrün im Amt für Stadtplanung und Baumanagement. Der mitten in Offenbachs gelegene Platz bietet als Besonderheit auch zwei barrierefreie Geräte: den fliegenden Teppich, eine Art überdimensionale Holzschaukel, sowie ein Sand- und Geschicklichkeitsspiel.

Im Lilipark klettern die Kinder, während die Eltern im benachbarten Stadtcafé Kaffee trinken können. Seit Anfang Juli ist dort vieles neu. Statt an teilweise verrosteten Eisenstäben klettern die Kinder nun durch ein großes hölzernes Piratenschiff; die Kleineren vergnügen sich mit Nest-Schaukel, Karussell oder Wippauto.

Die Reaktionen sind durchweg positiv

Begeisterte Reaktionen“ verzeichnete Christina Türk auch nach der Eröffnung des Spielplatzes Hessenring/Dornbuschstraße. Die Anlage gehört zu den wichtigen Plätzen in der Innenstadt, deren Bevölkerung einen besonders hohen Kinderanteil hat. Ihr Angebot mit Holzhäusern, Wipp- und Fabeltieren richtet sich besonders an die kleinsten Offenbacher bis zu fünf Jahren. „Diese Zielgruppe werden wir in unseren Planungen wieder mehr berücksichtigen“, verspricht Sigrid Pietsch, Koordinatorin des Referats Stadtgestaltung und Stadtgrün.

Wegen der Flächengröße ist es nicht immer möglich, ein Angebot für jedes Alter zu schaffen. So konzentriert man sich bei kleineren Plätzen auf nur eine Zielgruppe. Die bis Juni sanierten Spielplätze Fritz-Erler-Straße/Bieber-West und Tempelsee-Anlage samt neuem Bolzplatz sind beispielsweise eher für mittlere bis ältere Kinder geeignet.

Auf den größeren Spielplätzen finden alle Altersklassen gute Angebote. Das gilt neben Martin-Luther- und Lilipark besonders für den Mainuferpark, der am 29. August eingeweiht wird.

Es ist das größte Projekt 2009 für die städtische Abteilung Grün. Direkt am Fluss entstand auf 600 Quadratmetern Fläche ein Spielplatz zum Thema Wasser – mit Spielschiff und Floß, Treibgut, Fass und Sandspielecke. Gleich daneben können sich Jugendliche und Erwachsene auf einem neuen Beachvolleyball-Platz – dem ersten öffentlichen in Offenbach - oder der Streetball-Anlage verausgaben.

2010 sollen zwei Projekte in Lauterborn realisiert werden

Schließlich wurde 2009 der stark abgenutzte Spielplatz Schillerschule saniert, der neben den Schulkindern auch allen Kindern im Nordend zur Verfügung steht. Stilisiertes Holzschiff, Kleinkindrutsche, Klettergerät, Tischtennisplatte: Dort sollen jetzt alle Altersgruppen auf ihre Kosten kommen.

Im nächsten Jahr liegt unser Schwerpunkt dann auf der Planung“, erklärt Referatskoordinatorin Sigrid Pietzsch. Zwei Projekte im Lauterborn sollen 2010 aber auf jeden Fall realisiert werden (die endgültigen Beschlüsse stehen noch aus): Die Spielplätze Richard Wagner-Straße/Mödlingstraße sowie Kurt-Tucholsky-Straße stehen jeweils vor einer Komplettsanierung. Für das erste Projekt wurde das Kinder- und Jugendparlament in die Planungen einbezogen.

2011 folgen dann aller Voraussicht nach weitere Spielplätze im Süden der Stadt: Johannes-Morhart-Straße, John-F.-Kennedy-Promenade sowie der Spiel- und Bolzplatz Friedrichsweiher.

Bei allen Spielplätzen in Offenbach wird regelmäßig die Sicherheit überprüft. Sollte ein Gerät die DIN-Norm nicht mehr erfüllen, wird es abgebaut und ersetzt; dafür stehen dem Amt für Stadtplanung und Baumanagement jährlich 40 000 Euro zur Verfügung. 2009 hat die Stadtverordnetenversammlung zudem ein jährliches Budget für Bolzplätze in Höhe von 50 000 Euro beschlossen.

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